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Gesellschaft 27.06.2026, 05:00 Aktualisiert: 27.06.2026, 18:01

Australien verdoppelt Strafen für Social-Media-Verstöße zum Schutz Minderjähriger

Australien verdoppelt Bußgelder auf 99 Mio. Dollar bei Verstößen.

Wichtige Fakten

  • Australien verdoppelt Bußgelder auf 99 Mio. Dollar bei Verstößen.
  • eSafety-Kommissar bekommt erweiterte Befugnisse zur Durchsetzung.
  • Studie: Über 80% der unter 16-Jährigen in Australien umgehen das Verbot.
  • Großbritannien, Frankreich, Norwegen und weitere Länder ziehen nach.
  • Gerichte in den USA blockieren teilweise altersabhängige Regeln.

Australien verschärft Maßnahmen

Die australische Regierung will die Strafen für Verstöße gegen das Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige verdoppeln – auf bis zu 99 Millionen Dollar. Premierminister Anthony Albanese kritisierte, die Tech-Konzerne täten nicht genug, um Kinder von den Plattformen fernzuhalten. Der eSafety-Kommissar soll zudem weitreichendere Befugnisse erhalten, um Informationen von Unternehmen einzufordern. Seit Einführung des Verbots im Dezember 2024 wurden laut Regierung über 5 Millionen Kinderkonten entfernt.

Umgehung des Verbots weit verbreitet

Eine Studie der Universität Newcastle zeigt jedoch, dass mehr als 80% der unter 16-Jährigen auch drei Monate nach Inkrafttreten noch soziale Medien nutzten. Viele umgehen die Altersbeschränkungen mit falschen Accounts oder VPNs. Kritiker wie Amnesty International warnen vor Verdrängungseffekten und fordern stattdessen bessere Regulierung und Datenschutz für alle Nutzer. Die Regierung reagiert mit schärferen Regeln und zeigt sich entschlossen, die größten Tech-Konzerne zur Rechenschaft zu ziehen.

Weltweiter Trend mit Hindernissen

Nach Australiens Vorstoß haben mehrere Länder ähnliche Regelungen erlassen oder angekündigt: Großbritannien plant ein Verbot für unter 18-Jährige bis 2027, Frankreich setzt die Grenze bei 15, Österreich bei 14 Jahren. In den USA hingegen blockieren Gerichte altersabhängige Regeln mit Verweis auf die Meinungsfreiheit. Auch Indien und Italien haben keine Verbote erlassen. Der Trend zur Regulierung gewinnt international an Fahrt, doch die Wirksamkeit und Umsetzung bleiben umstritten.

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