Teilen:
Wissen 27.04.2026, 12:54 Aktualisiert: 27.04.2026, 15:03

Wie sich verunsicherte Männlichkeit auf die Gesellschaft auswirkt

Stimmung: 65 #Gesellschaft
Männer reagieren auf Männlichkeitsbedrohung mit Ärger, Angst und Diskriminierung.

Wichtige Fakten

  • Männer reagieren auf Männlichkeitsbedrohung mit Ärger, Angst und Diskriminierung.
  • Betroffene Männer befürworteten häufiger Waffen, große Autos und aggressive Politik.
  • Trends wie Looksmaxxing verstärken Druck auf junge Männer durch toxische Ideale.
  • Die ideologische Kluft zwischen jungen Männern und Frauen nimmt zu.

Studie zeigt: Verunsicherte Männlichkeit hat gesellschaftliche Folgen

Eine Metastudie der Universitäten Kaiserslautern-Landau und Kassel hat untersucht, was passiert, wenn Männer das Gefühl haben, nicht ausreichend männlich zu sein. Die in der Fachzeitschrift Personality and Social Psychology Review veröffentlichte Analyse wertete über 100 Studien mit rund 20.000 Teilnehmern aus. In den Experimenten wurden Männer durch gezielte Rückmeldungen in ihrer Männlichkeit verunsichert – etwa mit der Aussage, ihr Verhalten sei unterdurchschnittlich maskulin.

Reaktionen: Diskriminierung und autoritäre Haltung

Das Gefühl der Bedrohung löste bei vielen Männern starke emotionale Reaktionen wie Ärger, Angst und Unwohlsein aus. In der Folge neigten sie verstärkt zu diskriminierendem Verhalten gegenüber Frauen und schwulen Männern, sprachen diesen gleiche Rechte ab und befürworteten eine aggressivere Politik sowie größere Autos und Waffen. Die Forscher berichten, dass betroffene Männer versuchten, durch solches Verhalten ihren Status als „echter Mann“ zurückzugewinnen.

Looksmaxxing und Manosphere: Druck auf junge Männer

Sozialpsychologin Lea Lorenz sieht Trends wie Looksmaxxing – bei dem Männer durch Muskelaufbau oder Schönheitsoperationen männlicher wirken wollen – als problematisch an. Auch die sogenannte Manosphere, die über Influencer wie Andrew Tate Ängste schüre, trage dazu bei, dass jungen Männern vermittelt werde, sie müssten „Alpha-Männchen“ sein, um in der Gesellschaft zu bestehen. Dies führe zu geringerer Empathie und Ablehnung von Vielfalt.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.