Wirtschaft und Gewerkschaften fordern Aufschub der Klimaneutralität bis 2050
Wichtige Fakten
- • Deutschland soll laut nationalem Ziel bis 2045 klimaneutral sein.
- • Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter fordern Anpassung an EU-Ziel 2050.
- • IGBCE-Chef und RWE-Chef sehen Entlastung für Industrie nach Rezession.
- • IW-Chef und CDU-Politikerin Connemann unterstützen längere Frist.
- • CDU/CSU und SPD halten im Koalitionsvertrag an 2045 fest.
Aufschub für Klimaneutralität gefordert
Führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern mehr Zeit für das Ziel der Klimaneutralität: Deutschland solle das nationale Zieljahr 2045 aufgeben und stattdessen das europäische Datum 2050 übernehmen. Das bisherige deutsche Ziel, fünf Jahre früher als die EU klimaneutral zu sein, mache den Industriestandort teurer, ohne dem Klima zu nützen, argumentieren sie.
Unterstützung von RWE und IGBCE
Der Vorstandsvorsitzende von RWE, Markus Krebber, und der Chef der IGBCE, Michael Vassiliadis, betonen, dass eine Verschiebung die Industrie nach Jahren der Rezession entlasten könnte. Eingesparte CO2-Emissionen in Deutschland würden sonst lediglich in anderen EU-Ländern freigesetzt, so Krebber. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und CDU-Mittelstandspolitikerin Gitta Connemann sprechen sich für eine längere Frist aus.
Festhalten am nationalen Ziel
Trotz der Forderungen halten die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag am Zieldatum 2045 fest. Deutschland hat sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, und plante die vollständige Klimaneutralität bis 2045.
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