WM 2026 in USA: Stimmung vor Ort gedämpft, Schottland-Fieber dagegen groß
Wichtige Fakten
- • Dynamisches Preissystem der FIFA treibt Tickets auf über 1000 Dollar.
- • Vier WM-Teilnehmer (Iran, Haiti, Senegal, Elfenbeinküste) von US-Visa-Problemen betroffen.
- • NBA-Finals und 250. US-Unabhängigkeitstag lenken von WM ab.
- • Schottland feiert erstmals seit 28 Jahren WM-Teilnahme, Verkauf der Trikots verdoppelt.
- • Scott McTominay rechtzeitig zum Haiti-Spiel wieder fit.
Zurückhaltende Stimmung in den US-Spielorten
Die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ist gestartet, doch in den elf amerikanischen Spielorten bleibt die erhoffte Euphorie aus. Wie die Tagesschau berichtet, sind Fahnen, Fanmeilen oder große Public-Viewing-Zonen selten. Viele US-Bürger sehen das Turnier nicht als Höhepunkt des Sommers – NBA-Finals um die New York Knicks und die Vorbereitungen auf den 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli überschatten das WM-Interesse. In Philadelphia äußern Anwohner zudem Sorge vor Kostenexplosion durch das Turnier.
Preise, Einreise und andere Hürden
Hauptkritikpunkt ist das dynamische Preissystem der FIFA: Karten kosten teils über 1000 Dollar, viele Fans bleiben fern. Zudem erschweren strikte US-Einwanderungsgesetze die Einreise von Anhängern aus Ländern wie der Elfenbeinküste oder Haiti – beides WM-Teilnehmer. Gastronomen verlangen als Reaktion pauschal 20 Prozent Servicegebühr, um das ausbleibende europäische Trinkgeld auszugleichen. Auch die Hotellerie leidet unter geringeren Buchungen als erwartet, wie der Tagesschau berichtet.
Schottland: 28 Jahre Sehnsucht sei Dank
Ganz anders die Stimmung in Schottland. Laut BBC erlebt das Land das erste WM-Turnier der Männer seit 28 Jahren – und die Begeisterung ist grenzenlos. Fan-Shops verkaufen doppelt so viele Trikots wie bei der EM 2024, in Glasgow sind Public-Viewing-Arenen mit tausenden Plätzen restlos ausverkauft. Die Vorfreude auf das erste Spiel gegen Haiti am 14. Juni ist riesig. Kapitän Andy Robertson ist der Stolz der Nation, und Mittelfeldstar Scott McTominay (Napoli) ist laut Trainer Steve Clarke trotz einer Magenverstimmung rechtzeitig fit. „Er fühlt sich perfekt und ist bereit“, so Clarke gegenüber der BBC.
Politische Brisanz abseits des Platzes
Daneben sorgt das Turnier auch für politische Diskussionen. So zeigen BBC-Berichte, dass afrikanische Länder im Zuge von fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika bewusst Mexico im Eröffnungsspiel gegen Bafana Bafana unterstützten – ein Novum bei internationalen Turnieren. Die südafrikanische Regierung distanziert sich von den Ausschreitungen, bleibt aber in der Migrationsfrage hart.
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