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International 14.03.2026, 09:17 Aktualisiert: 14.03.2026, 18:04

US-Angriffe auf Kharg-Insel: Eskalation im Persischen Golf und regionale Auswirkungen

US-Streitkräfte zerstörten über 90 militärische Ziele auf der strategischen Insel Kharg, darunter Minenlager und Raketenbunker.

Wichtige Fakten

  • US-Streitkräfte zerstörten über 90 militärische Ziele auf der strategischen Insel Kharg, darunter Minenlager und Raketenbunker.
  • Die Ölinfrastruktur blieb verschont, doch Trump droht mit Angriffen bei Behinderung der Straße von Hormus.
  • Iran blockiert weiterhin die Straße von Hormus und warnt bei Angriff auf Ölanlagen mit Vergeltung gegen US-Einrichtungen.
  • Hamas fordert Iran öffentlich auf, Angriffe auf Golfstaaten einzustellen - eine ungewöhnliche Distanzierung.
  • Im Nordirak greifen iranische Raketen kurdische Milizen an, während pro-iranische Milizen US-Ziele attackieren.

US-Angriffe auf Kharg-Insel und die Blockade der Straße von Hormus

Die USA haben die für Irans Ölexporte entscheidende Insel Kharg im Persischen Golf bombardiert und dabei nach Angaben von US-Präsident Donald Trump über 90 militärische Ziele zerstört, darunter Lagerstätten für Seeminen, Raketenbunker und Marinebasen. Die Ölinfrastruktur blieb vorerst verschont, doch Trump warnte, dass er diese Entscheidung sofort überdenken werde, sollte Iran die Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiter behindern. Iran bestätigte, dass keine Ölanlagen beschädigt wurden, warnte aber gleichzeitig, dass bei einem Angriff auf seine Energieinfrastruktur „alle entsprechenden US-Einrichtungen in der Region zerstört werden“ würden.

Iranische Blockade und regionale Eskalation

Iran hält weiterhin an der faktischen Blockade der Straße von Hormus fest, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Diese Blockade, die erstmals seit der Islamischen Revolution 1979 verhängt wurde, setzt die Weltwirtschaft unter Druck und hat zu steigenden Ölpreisen geführt. Die iranischen Revolutionsgarden folgen dabei einer Anweisung des neuen obersten Führers Modschtaba Chamenei. Gleichzeitig breitet sich der Konflikt regional aus: Im Nordirak werden kurdische Milizen, die sich gegen das iranische Regime stellen, regelmäßig von iranischen Raketen und Drohnen angegriffen, während pro-iranische schiitische Milizen US-Ziele im Irak und Nachbarländern ins Visier nehmen.

Internationale Reaktionen und humanitäre Folgen

Die palästinensische Hamas hat in einer ungewöhnlichen Stellungnahme Iran öffentlich aufgefordert, Angriffe auf Golfstaaten einzustellen, während sie gleichzeitig Teherans Recht auf Selbstverteidigung betonte. Dies zeigt Risse im sogenannten „Achse des Widerstands“-Bündnis. Die humanitären Kosten steigen weiter: In den Golfstaaten wurden laut Berichten mindestens 18 Menschen durch iranische Angriffe getötet, darunter Sicherheitskräfte und ausländische Arbeiter. Der Ölpreis könnte bei einem Angriff auf die Kharg-Ölinfrastruktur von aktuell über 100 auf bis zu 150 US-Dollar pro Barrel steigen, was eine globale Wirtschaftskrise auslösen könnte.

Strategische Unsicherheit und längerfristige Auswirkungen

Zwei Wochen nach Kriegsbeginn ist unklar, wie die USA und Israel den Konflikt beenden wollen. US-Präsident Trump hatte vor Kriegsbeginn Warnungen vor einem langwierigen Krieg zurückgewiesen, doch nun scheint das Weiße Haus das Ausmaß der iranischen Vergeltungsmaßnahmen unterschätzt zu haben. Die Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Vertrauen in US-Schutzzusagen erschüttert ist, sind weiterhin massiven Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Experten warnen, dass die USA in einen anhaltenden regionalen Konflikt gezogen werden könnten, während Iran trotz militärischer Verluste seine Herrschaft aufrechterhalten will.

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