Teilen:
International 06.03.2026, 20:01 Aktualisiert: 06.03.2026, 23:15

Zypern hinterfragt Zukunft britischer Militärbasen nach Drohnenangriff

Drohnenangriff auf RAF Akrotiri verursachte minimalen Schaden ohne Todesopfer.

Wichtige Fakten

  • Drohnenangriff auf RAF Akrotiri verursachte minimalen Schaden ohne Todesopfer.
  • Zypern kritisiert fehlende Vorwarnung durch Großbritannien vor dem Angriff.
  • Außenminister Kombos fordert 'Gespräch' über Zukunft der britischen Basen.
  • Britisches Kriegsschiff HMS Dragon wird zur Verstärkung nach Zypern entsendet.
  • Zypern ist kein NATO-Mitglied, trotz irrtümlicher Aussage von David Lammy.

Diplomatische Spannungen nach Drohnenangriff

Nach einem Drohnenangriff auf die britische Luftwaffenbasis RAF Akrotiri auf Zypern am vergangenen Sonntag hat sich eine diplomatische Krise zwischen Zypern und Großbritannien entwickelt. Der Angriff, der mutmaßlich von der Hisbollah aus dem Libanon gestartet wurde, verursachte nur minimalen Schaden und forderte keine Todesopfer. Weitere Drohnen wurden abgefangen, und das britische Verteidigungsministerium verlegte Familien vorübergehend von der Basis.

Zyperns Kritik an mangelnder Vorwarnung

Zypern äußert scharfe Kritik an Großbritannien wegen des Versäumnisses, die zypriotische Bevölkerung rechtzeitig vor dem bevorstehenden Angriff zu warnen. Der zypriotische Hochkommissar im Vereinigten Königreich, Kyriacos Kouros, bezeichnete dies als 'enttäuschend'. Präsident Nikos Christodoulides kritisierte offen das Scheitern, den Drohnenangriff zu verhindern. Sein Sprecher betonte, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um die Unzufriedenheit über die Kommunikation und die fehlende Vorwarnung zu äußern.

Debatte über Zukunft der britischen Basen

Außenminister Constantinos Kombos erklärte am Freitag, dass es nun ein 'Gespräch' über die Zukunft der beiden britischen Militärbasen auf Zypern geben müsse. Er betonte, dass Fragen, Probleme und Bedenken bezüglich der Präsenz dieser Basen bestehen, insbesondere nach den jüngsten Ereignissen. Kombos wies darauf hin, dass dieses Thema schon lange auf der Agenda beider Seiten stehe, aber eine sorgfältige Reflexion über das Geschehene notwendig sei, bevor konkrete Schritte unternommen werden.

Britische Reaktion und Verstärkung

Als Reaktion auf die Kritik und Vorwürfe unzureichender militärischer Präsenz im Nahen Osten wird das britische Kriegsschiff HMS Dragon, das über Luftabwehrfähigkeiten verfügt, nächste Woche nach Zypern verlegt. Premierminister Keir Starmer bekräftigte die volle Verpflichtung Großbritanniens zur Sicherheit Zyperns und des dort stationierten britischen Militärpersonals. In einem separaten Vorfall beschrieb der britische Vize-Premierminister David Lammy Zypern fälschlicherweise als NATO-Mitglied, was später korrigiert wurde; Zypern gehört neben Österreich, Irland und Malta zu den vier EU-Ländern, die nicht der NATO angehören.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.