Thema: Angebotsmieten

Alle Artikel zu diesem Thema auf einen Blick.

Daily Briefing Der kompakte Überblick für den Tag
Montag, 19. Januar 2026
Wirtschaft 19.01.2026, 11:41
19.01.2026, 16:15
Score: 25

Angebotsmieten steigen weiter: Plus 4,5 Prozent im vierten Quartal – mehr befristete und möblierte Verträge

Laut GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) stiegen die Angebotsmieten in Deutschland im vierten Quartal 2025 um 4,5% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum nur etwa halb so stark zu.

Der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote erreichte 2025 ein Rekordniveau: bundesweit 17% aller Inserate; in den acht größten Städten fast ein Viertel; in München rund ein Drittel.

IfW-Projektleiter Jonas Zdrzalek betont, dass das klassische Angebot zurückgeht, die Preise steigen und die Konditionen durch mehr Befristungen bzw. möblierte Angebote härter werden.

In sieben der acht größten Städte stiegen die Angebotsmieten auch gegenüber dem Vorquartal; besonders in Köln (+3,4%) und München (+1,9%); Hamburg und Frankfurt lagen mit Zuwächsen um etwa 1% nahe dem bundesweiten Schnitt.

Die durchschnittliche Kaltmiete lag in München bei 23,35 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt bei 17,36 Euro; der bundesweite Schnitt lag bei 14,41 Euro.

Insgesamt stiegen die Angebotsmieten seit 2015 um 14% stärker als die allgemeine Teuerung.

Das Mietangebot schrumpfte: Im Q4 2025 gab es 7% weniger Inserate als ein Jahr zuvor und rund 20% weniger als 2015; als Gründe werden u. a. das Festhalten an Altverträgen und Vergaben ohne Inserat genannt.

Der GREIX-Mietpreisindex wertet pro Quartal mehr als 60.000 Inserate aus mehreren Plattformen für 37 Städte und Regionen aus; etwa 40 bis 50% der Inserate entfallen auf die acht größten Städte.

Neu: Zdrzalek warnt, dass bei Neuvermietungen in Großstädten insbesondere Geringverdiener sowie Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen dürften.

Ausblick

"Da sowohl die Angebotsmieten weiter deutlich über der Inflationsrate steigen als auch der Anteil befristeter und möblierter Angebote hoch bleibt, dürfte die Wohnungssuche insbesondere in Großstädten kurzfristig noch schwieriger werden. Zusätzlicher Druck entsteht durch das sinkende Inserate-Angebot; Entspannung ist ohne spürbare Ausweitung des regulären Mietangebots kaum absehbar."