Der Aachener Karlspreis 2026 wird an den früheren EZB-Präsidenten und ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi verliehen.
Das Karlspreis-Direktorium würdigt Draghi als Persönlichkeit, die „zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit“ Großes für Europa geleistet habe.
Als zentraler Grund wird Draghis „Whatever it takes“-Ankündigung genannt, mit der er in einer dramatischen Situation zur Stabilisierung des Euro beigetragen und nach Darstellung des Direktoriums Binnenmarkt und Währungsunion vor dem Scheitern bewahrt habe.
Der Vorsitzende des Direktoriums, Armin Laschet, erklärte, die Auszeichnung unterstreiche, dass Europas Wettbewerbsfähigkeit zu einer entscheidenden Frage für den Bestand der EU geworden sei.
Draghi zeigte sich in einer Videobotschaft „äußerst dankbar“ und sagte, Europa habe „viele Feinde – vielleicht mehr Feinde denn je“, sowohl innere als auch äußere; zur Bewahrung der EU müssten die Europäerinnen und Europäer enger zusammenstehen.
Das Direktorium hob Draghis 2024 veröffentlichten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit hervor, der mehr Innovation fordert, um im Wettbewerb mit USA und China nicht zurückzufallen.
In der Begründung heißt es zudem, die Lage sei „dramatisch“, Europa drohe zum „Spielball anderer Mächte“ zu werden; Handlungsfähigkeit lasse sich nur durch mehr Wettbewerbsfähigkeit sichern.
Der Karlspreis wird seit 1950 für Verdienste um Europa und die europäische Einigung verliehen.
Seit dem Vorjahr ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden, gestiftet von einem Aachener Ehepaar; das Geld soll proeuropäischen Projekten zugutekommen.
Die Verleihung findet traditionell an Christi Himmelfahrt statt, 2026 am 14. Mai.