Thema: Basidsch

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Freitag, 16. Januar 2026
International 16.01.2026, 00:46
16.01.2026, 20:04
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Proteste im Iran weitgehend niedergeschlagen – neue Berichte über deutlich höhere Opferzahlen und wachsende Rolle der Revolutionsgarde

Die Proteste im Iran scheinen nach Einschätzung der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur (tagesschau.de, 16.01.2026) weitestgehend zum Erliegen gekommen zu sein; sie spricht von „Friedhofsruhe“ nach massiver Gewaltanwendung durch das Regime.

Zu den Todeszahlen kursieren stark abweichende Angaben: Amirpur nennt als Spannbreite Berichte von etwa 3.000 bis hin zu 12.000 Toten (tagesschau.de, 16.01.2026); verifizierbar sind diese Zahlen wegen der Informationslage nur eingeschränkt.

HRANA meldet laut BBC mindestens 2.595 getötete Demonstrierende seit Beginn der Proteste, darunter 17 Kinder; zudem 164 Angehörige von Sicherheitskräften/Regime sowie 21 unbeteiligte Zivilisten (BBC).

HRANA berichtet laut BBC außerdem von 22.104 Festnahmen im Zusammenhang mit den Protesten (BBC).

Bewaffnete Männer auf Motorrollern, häufig ohne Uniform oder Abzeichen, tauchen in Videos in sozialen Medien auf und sollen teils mit scharfer Munition gegen Demonstrierende vorgehen; der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze hält es für plausibel, dass es sich dabei vor allem um Basidsch-Anhänger oder -Angehörige handelt (tagesschau.de, 16.01.2026).

Die Videos gelangten trotz Internetsperre offenbar über alternative Zugänge wie Starlink nach außen (tagesschau.de, 16.01.2026).

Die Basidsch-Miliz wurde nach der Revolution 1979 gegründet und 1981 der Revolutionsgarde unterstellt; Schulze nennt als grobe Orientierung rund 150.000 Kämpfer sowie zusätzlich mobilisierbare Hunderttausende (tagesschau.de, 16.01.2026).

Nach Einschätzung Amirpurs stützt sich das Regime zentral auf die Revolutionsgarde; sie spricht davon, dass diese „bis zu drei Viertel“ der iranischen Wirtschaft kontrolliere (tagesschau.de, 16.01.2026).

Mehrere BBC-Quellen aus Städten wie Teheran, Karadsch, Isfahan und Sanandadsch berichteten am Freitag von keinen laufenden Protesten; zugleich seien Sicherheitskräfte weiterhin präsent (BBC).

Der im Exil lebende Reza Pahlavi rief laut BBC die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Regime zu Fall zu bringen, und forderte u.a. gezielte Maßnahmen gegen die Führung der Revolutionsgarde sowie den Ausbau sicherer Kommunikation (u.a. Starlink); er kündigte zudem an, in den Iran zurückkehren zu wollen (BBC).

Ausblick

"Kurzfristig deutet vieles auf ein erzwungenes Abflauen der Proteste durch massive Repression hin. Gleichzeitig steigt laut Beobachtern das Potenzial für neue Unruhen: Die Wut von Angehörigen der Toten und Verletzten könne als „nächster Funke“ wirken (Amirpur). Zusätzliche internationale Eskalationsrisiken ergeben sich aus US-Drohungen und Forderungen nach gezielten Schlägen gegen Strukturen der Revolutionsgarde sowie möglichen iranischen Gegenreaktionen."