Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte nach einem Briefing des Chefs des ukrainischen Verteidigungsnachrichtendienstes Oleh Iwaschtschenko vor weiteren russischen Angriffen auf den Energiesektor – ausdrücklich auch auf Anlagen und Netze, die Kernkraftwerke versorgen.
Selenskyj erklärte, Russland zeige keine Bereitschaft zu Vereinbarungen oder zu einem Kriegsende und versuche weiter, die Ukraine im Winter durch Angriffe auf das Stromnetz „einzufrieren“; solche Schläge schwächten zudem die Bemühungen wichtiger Staaten, insbesondere der USA, den Krieg zu beenden.
In der Nacht auf Samstag meldete das Energieministerium Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Regionen Kyjiw und Odesa; in der Region Kyjiw waren demnach mehr als 20 Ortschaften zeitweise ohne Strom.
In der Region Charkiw wurden am Samstag laut Behörden mindestens zwei Menschen getötet und weitere verletzt; Bürgermeister Ihor Terechow sagte, ein Treffer auf eine kritische Infrastrukturanlage im Industriebezirk könne Strom- und Wärmeversorgung ernsthaft beeinträchtigen, da das System „ständig am Limit“ arbeite.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde im Dorf Borivske eine 52-jährige Frau getötet, als eine Drohne eine Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs traf; in Charkiw starb zudem eine 20-jährige Frau bei einem Angriff auf ein Wohnhaus.
In der Region Sumy wurden laut Rettungsdiensten drei Frauen und ein siebenjähriges Kind verletzt; außerdem seien 15 Wohngebäude beschädigt worden.
Kyrylo Budanow bestätigte seine Ankunft in den USA und führt eine Delegation für weitere Gespräche über Friedensvorschläge; geplant sind Treffen unter anderem mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, Jared Kushner und dem US-Heeresstaatssekretär Dan Driscoll.
Selenskyj beauftragte die Delegation bei Gesprächen in Miami damit, Vorschläge zu Sicherheitsgarantien und wirtschaftlichem Wiederaufbau zu finalisieren; bei Zustimmung der USA könnte laut Selenskyj bereits in der kommenden Woche am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Abkommen unterzeichnet werden.
Nach Angaben aus dem Bericht hat Russland bislang keine Bereitschaft signalisiert, einen Friedensplan zu akzeptieren, ohne dass zumindest die vollständige Übergabe des Donbas als Ausgangspunkt im Raum steht.
Ministerpräsident Denys Schmyhal sagte, staatliche Unternehmen wie Ukrzaliznytsia, Naftogaz und Ukroboronprom seien angewiesen worden, dringend importierten Strom in einem Umfang zu kaufen, der mindestens 50% ihres Eigenverbrauchs abdeckt.
Schmyhal erklärte, Litauen liefere zusätzliche Stromerzeugungs- und Ausrüstungsgüter; zudem seien über 2.000 Solarpanels eingetroffen und Litauen habe 5,7 Millionen Euro in den ukrainischen Energieunterstützungsfonds eingezahlt.
Schmyhal sagte außerdem, es gebe in der Ukraine kein Kraftwerk, das nicht von russischen Angriffen getroffen worden sei; Energiearbeiter reparierten rund um die Uhr, um die Versorgung wiederherzustellen.