Thema: Nationalismus

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Freitag, 16. Januar 2026
Kultur 16.01.2026, 15:48
16.01.2026, 20:08
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Bollywood-Blockbuster „Dhurandhar“: Kino-Boom in Indien, Kritik an Nationalismus und Pakistan-Feindbild

Der Bollywood-Actionfilm „Dhurandhar“ läuft seit dem Vormonat in Indien und ist so erfolgreich, dass in manchen Kinos selbst der neue „Avatar“-Film seltener gezeigt wird, weil Säle fehlen.

Der rund dreieinhalb Stunden lange und als sehr brutal beschriebene Film zeigt Pakistan als klaren Gegner: Von Karachi aus operierende Netzwerke bedrohen Indien; ein indischer Agent (Ranveer Singh) infiltriert die Stadt undercover.

Die Handlung verwebt eine fiktive Spionagegeschichte mit realen Ereignissen: Flugzeugentführung 1999, Anschlag auf das indische Parlament 2001 und die Anschläge von Mumbai 2008.

Der indische Filmkritiker Komal Nahta führt den Erfolg auf die Mischung aus Thema (patriotische Gefühle) und Umsetzung (Inszenierung, Schauspiel, Musik) zurück.

Der TV-Moderator Arnab Goswami kritisiert „Dhurandhar“ öffentlich als Fiktion/Propaganda und „Geldverschwendung“ und fordert stattdessen Filme über echte Ereignisse.

Kritiker bezeichnen den Film als extrem nationalistisch und antimuslimisch; der Youtuber Dhruv Rathee zieht einen Vergleich zur Ästhetik von Leni Riefenstahl.

Kritiker berichten von massiven Online-Beschimpfungen und teils Drohungen, die vor allem Anhängern der hindunationalistischen Regierung unter Premierminister Narendra Modi zugeschrieben werden.

Laut Bericht ist die Stimmung in Indien zusätzlich aufgeladen: nach einem schweren Terroranschlag in Kaschmir im April und einem kurzen Krieg zwischen Indien und Pakistan zwei Wochen später.

In mehreren Golfstaaten ist der Film verboten, aus Sorge, dass die Darstellung Pakistans und der aggressive Nationalismus Spannungen zwischen dort lebenden indischen und pakistanischen Communities anheizen könnten.

Ausblick

"Angesichts der politisch aufgeheizten Lage und der breiten Debatte über Nationalismus und Islamfeindlichkeit ist mit anhaltenden Kontroversen, weiterer Polarisierung in sozialen Medien und möglichen zusätzlichen Einschränkungen oder Boykottaufrufen in weiteren Ländern zu rechnen, während der Film in Indien zunächst kommerziell stark bleibt."