Thema: Polare Seidenstraße

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Samstag, 17. Januar 2026
International 17.01.2026, 14:20
17.01.2026, 20:05
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China weist Trumps Grönland-Vorwürfe zurück – Pekings Arktis-Interessen bleiben strategisch und wirtschaftlich

US-Präsident Donald Trump begründet seine Übernahmepläne für Grönland damit, sonst könnten Russland oder China die Insel „holen“.

China weist Trumps Vorwürfe zurück; Außenamtssprecherin Mao Ning betont, die internationale Gemeinschaft habe ein legitimes Interesse an der Arktis, Rechte und Freiheiten dort tätig zu sein müssten respektiert werden, und die USA sollten andere Staaten nicht als Vorwand für eigene Interessen nutzen.

Dänemark und internationale Beobachter sehen keine akute chinesische Bedrohung für Grönland; nach dänischen Angaben hat sich seit rund zehn Jahren kein chinesisches Kriegsschiff Grönland genähert.

Der Arktis-Experte Michael Paul (Stiftung Wissenschaft und Politik) widerspricht Trumps Darstellung einer „Umlagerung“ Grönlands durch chinesische und russische Schiffe; er verweist zugleich darauf, dass zuletzt mehr chinesische eisbrechende Schiffe in der Arktis unterwegs gewesen seien – ohne dass dies eine direkte militärische Bedrohung für Grönland darstelle.

Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen sagt, man habe chinesische Investitionen in Grönland durch enge Zusammenarbeit zwischen Grönland und Dänemark verhindert; es gebe keine chinesische Präsenz auf Grönland.

Chinas Arktis-Politik zielt auf Rohstoffe, strategische Positionierung und kürzere bzw. diversifizierte Schifffahrtswege; China veröffentlichte 2018 eine Arktis-Strategie, bezeichnet sich als „arktisnahen Staat“ und verknüpft die Region mit der „polaren Seidenstraße“.

Für arktische Schifffahrtsrouten ist China derzeit noch auf Russland angewiesen: Russland verfügt über die weltweit größte Eisbrecherflotte (mehr als 40 Schiffe) und stellt mit der nördlichen Seeroute derzeit die einzige halbwegs kommerziell tragfähige Verbindung; Russland öffnete dafür u. a. die Häfen Wladiwostok und Murmansk für chinesische Schiffe.

Ausblick

"An der unmittelbaren Sicherheitslage rund um Grönland ändert sich laut dänischer Regierung und Experteneinschätzung wenig, zugleich dürfte Chinas langfristiger Ausbau von Eisbrecherkapazitäten und das Interesse an alternativen (u. a. transpolaren) Routen den geopolitischen Wettbewerb in der Arktis weiter anheizen. Politisch bleibt offen, ob und wie Dänemark und die USA den Streit um Trumps Grönland-Forderungen in Gesprächen entschärfen können."