Thema: eSafety

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Freitag, 16. Januar 2026
International 16.01.2026, 06:25
16.01.2026, 10:05
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Australien: Über 4,7 Millionen Social‑Media‑Konten von Unter‑16‑Jährigen deaktiviert

Seit dem 10. Dezember 2025 dürfen in Australien Personen unter 16 Jahren keine eigenen Social‑Media‑Accounts betreiben.

Nach Angaben der australischen Regierung wurden inzwischen mehr als 4,7 Millionen Zugänge von Nutzerinnen und Nutzern unter 16 Jahren deaktiviert.

Die Online‑Sicherheitsbehörde eSafety spricht in vorläufigen Auswertungen von „ernsthaften Anstrengungen“ der Plattformen, Minderjährigen den Zugang zu verwehren.

Betroffen sind unter anderem Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch; ausgenommen sind Messenger- und bestimmte Spiele‑Dienste wie WhatsApp, Facebook Messenger und Roblox.

Meta (Facebook, Instagram, Threads) erklärte, bis zum Tag nach Inkrafttreten seien bereits fast 550.000 Konten von Unter‑16‑Jährigen entfernt worden.

Das Gesetz wurde Ende 2024 verabschiedet; die Plattformen hatten zwölf Monate Zeit, sich auf die Altersbeschränkungen einzustellen.

Bei Verstößen drohen Unternehmen Bußgelder von umgerechnet bis zu etwa 28,5 Millionen Euro.

Reddit hat gegen das Verbot Klage eingereicht.

Laut eSafety‑Chefin Julie Inman Grant ist es noch zu früh, die vollständige Einhaltung zu bestätigen; die Unternehmen wählen selbst die Methode der Altersprüfung (z. B. Auswertung von Nutzerdaten, hochgeladene Fotos oder Ausweisdokumente).

Premierminister Anthony Albanese verteidigt die Maßnahme als Schutz von Kindern – unter anderem mit Blick auf Datenschutz und psychische Gesundheit – und betont, Kinder sollten „eine Kindheit haben“ und Eltern sollten wissen, „dass wir hinter ihnen stehen“.

Meta fordert, auch App‑Stores zu verpflichten, das Alter zu prüfen und elterliche Zustimmung einzuholen, damit Minderjährige nicht auf neue Apps ausweichen.

Ausblick

"Die Regierung bewertet die Kooperation mit den Plattformen als funktionierend, zugleich bleibt die Frage offen, wie effektiv die Altersprüfung in der Praxis dauerhaft ist. Entscheidend wird sein, ob die Anbieter ihre Prüfverfahren weiter nachschärfen – und ob politische Schritte folgen, die auch App‑Stores stärker in die Alterskontrolle einbinden. Parallel könnte das Verfahren von Reddit rechtliche Auswirkungen auf die Umsetzung haben."