Teilen:
International 25.04.2026, 06:00

40 Jahre nach Tschernobyl: Drohnenangriff gefährdet Atomruine

Am 14. Februar 2025 traf eine russische Geran-2-Drohne die Schutzhülle.

Wichtige Fakten

  • Am 14. Februar 2025 traf eine russische Geran-2-Drohne die Schutzhülle.
  • Ein 15 m² großes Loch durchschlug Außen- und Innenwand des NSC.
  • Die Reparaturkosten betragen bis zu 500 Mio. Euro, Finanzierung unklar.
  • Das Sarkophag-Risiko: 100 Tonnen Brennstoff könnten freigesetzt werden.
  • Die Anlage war 2022 von Russland besetzt, Personal wurde gefangen gehalten.

Schaden nach Drohnenangriff

Am 14. Februar 2025 durchschlug eine günstige russische Geran-2-Drohne die neue Schutzhülle (NSC) des havarierten Kernkraftwerks Tschernobyl. Das Loch im nördlichen Bogen ist 15 Quadratmeter groß; die Abdichtfunktion und das Feuchtigkeitskontrollsystem wurden zerstört. Ein Brand im Dach brannte drei Wochen lang und erforderte 332 Löcher, um Glutnester zu löschen.

Prekäre Lage auf dem Gelände

Unter der Hülle liegt der baufällige Sarkophag, der das zerstörte Reaktor-4 nach 1986 notdürftig umschließt. Er ist seit 40 Jahren in Gebrauch, ursprünglich für nur 20 Jahre ausgelegt. Bei einem Einsturz würden über 100 Tonnen Brennstoff radioaktiv freigesetzt. Die strahlenden Arbeiten an der Hülle sind durch Zeitlimits für Arbeiter massiv erschwert.

Historische Dimension

Tschernobyl stand bereits 2022 unter russischer Besatzung. Am 26. April 1986 explodierte Reaktor 4 – 28 Menschen starben an Strahlenkrankheit. 45 Länder finanzierten die zweieinhalb Milliarden Dollar teure Hülle. Igor Skomarokhov, 40 Jahre auf der Anlage, war damals im Kontrollraum. Der jetzige Beschuss bedroht die Meisterleistung. Die erforderlichen Reparaturen werden auf 500 Millionen Euro geschätzt; Geld ist nicht da.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.