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Kultur 23.05.2026, 07:39

70 Jahre Bravo: Zwischen Popkultur-Ikone und Problematischen Mechanismen

Die erste Bravo erschien am 26. August 1956 mit Marilyn Monroe auf dem Cover.

Wichtige Fakten

  • Die erste Bravo erschien am 26. August 1956 mit Marilyn Monroe auf dem Cover.
  • Auf ihrem Höhepunkt um 1990 verkaufte die Bravo bis zu 1,7 Millionen Exemplare pro Woche.
  • Die ARD-Doku zeigt problematische Boulevard-Mechanismen und inszenierte Star-Geschichten.
  • Dr. Sommer bot wichtige Aufklärung, aber auch viele nackte Körper, so Regisseurin Lief.
  • Heute liegt die Auflage bei etwa 40.000; Influencer übernehmen die Rolle der Bravo.

Rückblick auf 70 Jahre Bravo

Die Bravo, das legendäre Jugendmagazin, feiert 2026 seinen 70. Geburtstag. Die erste Ausgabe erschien am 26. August 1956 mit Marilyn Monroe auf dem Cover. In den folgenden Jahrzehnten prägte die Zeitschrift die Popkultur und die Jugend mehrerer Generationen. Auf ihrem Höhepunkt in den 1990er Jahren erreichte die Bravo eine Auflage von bis zu 1,7 Millionen Exemplaren pro Woche, die durch Klassenzirkulation auf sechs Millionen Leser geschätzt wurde. Heute liegt die Auflage bei etwa 40.000.

Schattenseiten des Erfolgs

Die ARD-Doku „Bravo: Headlines, Hypes & Herzschmerz“ zeigt nicht nur Nostalgie, sondern auch problematische Mechanismen. So wurden Liebesgeschichten inszeniert, Schlagzeilen zugespitzt und Stars in ein Beuteschema gepresst. Sänger Eloy de Jong und Angelo Kelly sprechen über den Verlust der Kontrolle über das eigene Image. Die Dr.-Sommer-Seite, für viele Jugendliche eine wichtige Aufklärungsquelle, wird von Regisseurin Mariska Lief als ambivalent bezeichnet: Sie bot pädagogisch wertvolle Aufklärung, aber auch zu viele nackte Körper.

Verbindungen zur Gegenwart

Mit dem Aufkommen von Castingshows und sozialen Netzwerken hat die Bravo an Bedeutung verloren. Die Mechanismen der Star-Inszenierung und der vermeintlichen Nähe werden heute auf Plattformen wie Instagram und TikTok fortgesetzt. Die Doku sieht in der Bravo einen Vorläufer moderner Influencer-Kultur und zeigt, dass die gleichen Projektionen auf Stars heute nur anders verpackt sind.

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