Frankreich: Schulbetreuer unter Missbrauchsverdacht
Wichtige Fakten
- • Mehreren Schulbetreuern werden Gewalt und sexuelle Übergriffe vorgeworfen.
- • In Paris protestierten Hunderte Betreuer gegen pauschale Vorverurteilung.
- • Eine Reform 2013 machte den Job unattraktiv, kritisiert eine Elterninitiative.
- • 70% der Pariser Betreuer sind Zeitarbeiter mit geringem Lohn.
- • Die Stadt Paris stellte 20 Mio. Euro für bessere Ausbildung bereit.
Missbrauchsvorwürfe erschüttern Frankreichs Schulbetreuung
In Frankreich stehen sogenannte Schulbetreuer im Fokus von Missbrauchsvorwürfen. Sie beaufsichtigen Kinder in Kitas, Grundschulen und Horts – meist ungelernte Kräfte, oft über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Mehrere Fälle von Gewalt und sexuellen Übergriffen wurden bekannt. In Paris demonstrierten Hunderte Betreuer gegen eine pauschale Vorverurteilung.
Eltern fordern Reformen
Eine Elterninitiative namens „SOS Schulbetreuung“ gründete sich 2021. Sie kritisiert eine Schulreform von 2013, die den Beruf unattraktiv machte. Viele Betreuer arbeiten zu Niedriglöhnen, manche schlafen im Auto. Die Stadt Paris suspendiert oder entlässt bei geringstem Verdacht hart, was Gewerkschafter als überzogen kritisieren.
Lösungsansätze und gesellschaftliche Fragen
Gewerkschaften und Eltern fordern eine Aufwertung des Berufs: feste Stellen, bessere Bezahlung, mehr Ausbildung. Die Stadt Paris stellte 20 Millionen Euro zur Verfügung. Eltern wünschen sich zudem mehr Zeit für Gespräche mit ihren Kindern, die im Alltag oft fehle. Fotos der Betreuer in Schulfluren scheitern bislang am Datenschutz.
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