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Gesellschaft 23.05.2026, 08:55 Aktualisiert: 23.05.2026, 10:00

Skandal um Schulbetreuer in Frankreich: Proteste, Vorwürfe und der Ruf nach Reformen

Hunderte Schulbetreuer protestierten in Paris gegen pauschale Verdächtigungen.

Wichtige Fakten

  • Hunderte Schulbetreuer protestierten in Paris gegen pauschale Verdächtigungen.
  • Eine Betreuungsreform von 2013 soll den Beruf unattraktiv gemacht haben.
  • 70% der Betreuer in Paris sind prekär beschäftigte Zeitarbeiter.
  • Die Stadt Paris stellte 20 Mio. Euro für bessere Ausbildung bereit.
  • Das harte Vorgehen der Stadtverwaltung gegen Verdächtige wird als überzogen kritisiert.

Proteste und Vorwürfe gegen Schulbetreuer

In Frankreich stehen staatliche Schulbetreuer im Fokus schwerer Missbrauchsvorwürfe. Aktuelle Berichte von tagesschau.de und der BBC bestätigen eine Welle von Gewalt- und Sexualdelikten, die sich in Kitas, Grundschulen und Horts ereignet haben sollen. Am 23.05.2026 demonstrierten Hunderte Betreuer in Paris und forderten mehr Anerkennung. Ein Betreuer namens Maxime Gorza erklärte, dass er sich krankgemeldet habe, weil er ohne Grund pädophiler Neigungen verdächtigt werde. Derartige Verdächtigungen würden pauschal ausgesprochen, was viele Betreuer als zutiefst ungerecht empfinden.

Elterninitiative und strukturelle Mängel

Eine Elterninitiative namens „SOS Schulbetreuung“ kritisiert die 2013er Schulreform als zentrale Ursache. Die Reform habe durch veränderte und reduzierte Arbeitszeiten den Beruf unattraktiv gemacht, sodass viele Betreuer zu Niedriglöhnen beschäftigt würden. In Paris sind laut Gewerkschaftsvertreter Eric Leclerc rund 70 Prozent der 12.000 Betreuer Zeitarbeiter, die teils nur 20 Euro für eine Mittagspausenaufsicht erhalten und am Monatsende nicht mehr als 300 bis 1000 Euro verdienen. Manche Betreuer schliefen sogar im Auto. Auch die Stadt Paris sei handlungsbedürftig: Beim geringsten Verdacht suspendiere oder entlasse man sie umgehend, was kritisch gesehen wird.

Änderungen in der bestehenden Praxis und Reformerfordernis

Vonseiten der Stadt Paris wurden 20 Millionen Euro für eine bessere Ausbildung der Schulbetreuer zugesagt, aber dies löst das Kernproblem kurzfristig nicht. Bürgermeister Emmanuel Grégoire räumt selbst ein, lieber einmal zu streng als einmal zu nachlässig zu handeln. Ein verbesserter Datenschutz, etwa durch Fotos der Betreuer im Schulflur, soll geprüft werden, um für mehr Transparenz bei der schulischen Betreuung zu sorgen. Gleichzeitig heben Betroffene hervor, dass Eltern im Alltag oft zu wenig echte Gesprächszeit mit ihren Kindern finden – dies sei in Deutschland grundsätzlich besser.

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