Afrikanische Union in der Krise: Reformbedarf nach Gipfeltreffen
Wichtige Fakten
- • Die Zahl ziviler Konfliktopfer ist seit der AU-Gründung um 841% gestiegen.
- • Die AU finanziert nur 30% ihres Budgets selbst, der Rest kommt von externen Partnern.
- • Die Organisation soll Konflikte verhindern und bei Menschenrechtsverletzungen eingreifen.
- • Kritiker bemängeln mangelnde Interventionen in Kriegen wie im Sudan.
- • Externe Mächte wie Golfstaaten sind tief in afrikanische Konflikte involviert.
Zusammenfassung
Die Afrikanische Union (AU) sieht sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert, wie ein aktueller Gipfel in Addis Abeba verdeutlicht. Seit ihrer Gründung 2002 ist die Zahl ziviler Opfer in Konflikten laut dem Pan African Agenda Institute um 841% gestiegen, und die AU wird ihrer Aufgabe, Konflikte zu verhindern und bei schweren Menschenrechtsverletzungen einzugreifen, oft nicht gerecht. Kritiker wie Mehari Taddele Maru führen dies auf mangelnde Interventionen, etwa im Sudan, und interne Probleme der Mitgliedstaaten zurück, die selbst Menschenrechtsverletzungen begehen.
Strukturelle Probleme
Die AU leidet unter finanzieller Abhängigkeit von externen Partnern wie der UN und der EU, da sie nur 30% ihres Budgets selbst finanziert. Zudem erschweren politische Uneinigkeit und Einmischung externer Mächte, darunter Golfstaaten, ein gemeinsames Auftreten. Liesl Louw-Vaudran von der International Crisis Group sieht zwar Erfolge wie Vermittlungsrollen im Kongo, betont aber, dass die AU der aktuellen geopolitischen Lage nicht gewachsen ist.
Reformforderungen
Experten fordern tiefgreifende Reformen, darunter mehr finanzielle Eigenständigkeit, eine Konzentration auf erfüllbare Aufgaben und die Stärkung lokaler Konfliktlösungsansätze. Der Gipfel muss Antworten auf diese Krisen finden, wobei die aktuelle Situation als Weckruf für Investitionen und Unabhängigkeit dienen könnte.
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