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Kultur 04.07.2026, 05:59 Aktualisiert: 04.07.2026, 08:01

Antiquare alarmiert: KI-Firmen kaufen massenhaft Ladenhüter zum Trainieren

KI-Firmen kaufen massenhaft antiquarische Bücher online.

Wichtige Fakten

  • KI-Firmen kaufen massenhaft antiquarische Bücher online.
  • Die Bücher werden gescannt und anschließend geschreddert.
  • Urheberrechtsverletzung in Deutschland, aber in USA Fair Use.
  • Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilt die Praxis.
  • Projekt ‚Panama‘ von Anthropic soll dahinter stecken.

Hintergrund der ungewöhnlichen Buchbestellungen

Seit einiger Zeit erhalten Antiquariate weltweit seltsame Bestellungen: Massenweise werden Ladenhüter online gekauft, die seit Jahren niemand mehr haben wollte. In Berlin etwa bestellte ein Unternehmen bei Urban Zerfaß wissenschaftliche Fachliteratur zu den absurdesten Themen – stets nachts, automatisiert und per Vorkasse bezahlt. Die Lieferadresse wechselte von Kanada nach Deutschland. Die Washington Post berichtet, dass hinter den Käufen KI-Firmen wie Anthropic mit ihrem Projekt ‚Panama‘ stecken: Sie lassen Bücher digitalisieren, indem sie die Seitenzerschneiden und – nach dem Einscannen – vernichten.

Rechtliche und urheberrechtliche Aspekte

In den USA ist das Zerstören erworbener Bücher unter Fair Use legal, in Deutschland dagegen wäre das Einscannen zu Trainingszwecken ein klarer Urheberrechtsverstoß, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die KI-Unternehmen umgehen so teure Lizenzzahlungen für digitale Inhalte. Eine Anfrage bei den beteiligten Firmen ABE Books und Zoom Books blieb unbeantwortet. Parallel läuft eine Klage der Verlagsgruppe Penguin Random House gegen OpenAI, weil das Kinderbuch ‚Der kleine Drache Kokosnuss auf dem Mars‘ exakt kopiert wurde – für deutsche Gerichte eine Urheberrechtsverletzung.

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