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International 20.04.2026, 05:00 Aktualisiert: 20.04.2026, 12:13

Antisemitismus in Großbritannien: Jüdische Gemeinden unter Druck

742 britische Juden zogen 2024 nach Israel, doppelt so viele wie 2023.

Wichtige Fakten

  • 742 britische Juden zogen 2024 nach Israel, doppelt so viele wie 2023.
  • Die Community Security Trust registrierte 3.700 antisemitische Vorfälle im Jahr 2024.
  • Juden erleben pro Kopf achtmal mehr Hassverbrechen als Muslime in England und Wales.
  • Eine von fünf jüdischen Personen in Großbritannien denkt über Auswanderung nach.
  • Die Polizei nahm über 3.500 Personen bei pro-palästinensischen Protesten fest.

Zunehmender Antisemitismus in Großbritannien

In Großbritannien berichten jüdische Gemeinden von einem deutlichen Anstieg antisemitischer Vorfälle, die von Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu physischen Angriffen reichen. Laut der Community Security Trust (CST) wurden 2024 über 3.700 antisemitische Vorfälle gemeldet, nur geringfügig weniger als im Rekordjahr 2023. Betroffene wie Amanda, eine 47-jährige Londonerin, beschreiben, dass sie sich im Alltag unsicher fühlt und sogar Pläne zur Auswanderung erwägt, was durch israelische Migrationsstatistiken gestützt wird, die zeigen, dass 2024 doppelt so viele britische Juden nach Israel zogen wie im Vorjahr.

Angriffe auf jüdische Einrichtungen und gesellschaftliche Auswirkungen

Neben persönlichen Erfahrungen häufen sich Angriffe auf jüdische Einrichtungen, darunter Brandanschläge auf Synagogen in London, für die kürzlich zwei Teenager festgenommen wurden. Die Metropolitan Police untersucht eine Serie von Vorfällen, die möglicherweise mit ausländischen Einflüssen in Verbindung stehen. In der Gesellschaft zeigt sich Antisemitismus auch im Gesundheitswesen und an Universitäten, wo jüdische Mitarbeiter und Studenten von Diskriminierung berichten. Eine Umfrage des Institute for Jewish Policy Research deutet darauf hin, dass etwa ein Fünftel der britischen Juden über Auswanderung nachdenkt, während gleichzeitig pro-palästinensische Proteste mit Tausenden Festnahmen stattfinden.

Maßnahmen und gesellschaftliche Reaktionen

Die britische Regierung hat in den letzten sechs Monaten Untersuchungen zu Antisemitismus in Bereichen wie dem NHS und Schulen eingeleitet, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Polizei und Gemeindevertreter betonen die Notwendigkeit von Dialog und Strafverfolgung, wobei einige wie Rabbi Daniel Walker trotz der Herausforderungen optimistisch bleiben. Die Debatte um die Balance zwischen Protestfreiheit und Schutz der jüdischen Gemeinschaft bleibt jedoch angespannt, während Organisationen wie die Palestine Solidarity Campaign Antisemitismus verurteilen.

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