Aus für Moor-Photovoltaik? Reiche will Sonderförderung streichen
Wichtige Fakten
- • Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) will Paragraf 37d im EEG streichen.
- • Paragraf 37d ermöglichte Sonderförderung für Moor-, Agri- & Parkplatz-PV.
- • Moor-PV ist wirtschaftlich durch Bonus von 0,5 Cent/kWh plus Extra-Kontingenten.
- • Klimaexperten sehen Moorziele ohne Sonderförderung in Gefahr.
Hintergrund der EEG-Reform
Das Bundeswirtschaftsministerium plant im Referentenentwurf für das EEG 2026, den Paragrafen 37d ersatzlos zu streichen. Dieser Paragraf regelte seit 2023 die Sonderförderung für Photovoltaik auf wiedervernässten Mooren (Moor-PV) sowie für andere Doppelnutzungen wie Agri-PV. Die Begründung lautet, Mehrkosten abbauen und ein einheitliches Fördersystem einführen zu wollen.
Bedeutung für Moor-PV
Die Streichung bedroht die wirtschaftliche Rentabilität der Moor-Photovoltaik, die bislang durch einen Bonus von 0,5 Cent pro Kilowattstunde und spezielle Ausschreibungskontingente gefördert wurde. Das Greifswald Moor Centrum und die Umweltjuristin Sabine Schlacke kritisieren den Schritt scharf: Ohne Moor-PV seien die gesetzlichen Klimaziele im Landnutzungssektor nicht erreichbar. Schon heute sind rund 874 Hektar trockene Moore mit Freiflächen-PV bestückt, wodurch eine Wiedervernässung ausgeschlossen ist.
Mangelnde Alternativen
Das Paludi-Förderprogramm von Umweltminister Carsten Schneider kann den Verlust der EEG-Sondervergütung nicht ausgleichen. Es deckt Ertragsverluste nur für maximal sieben Jahre ab, während die EEG-Vergütung 20 Jahre läuft. Zudem sind bei reinem Moorschutz ohne PV-Ttechnik keine Zahlungen vorgesehen – ein wirksamer Anreiz fehlt. Klima- und Umweltschützer fordern, die Sonderförderung beizubehalten und sogar auszuweiten, um Moor-PV wirtschaftlich zu konkurrieren.
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