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International 08.04.2026, 02:24 Aktualisiert: 08.04.2026, 10:08

Australiens höchstdekorierter Soldat wegen Kriegsverbrechen in Haft

Ben Roberts-Smith wurde mit fünf Kriegsverbrechen-Mordanklagen in Afghanistan festgenommen.

Wichtige Fakten

  • Ben Roberts-Smith wurde mit fünf Kriegsverbrechen-Mordanklagen in Afghanistan festgenommen.
  • Seine Anwälte stellten keinen Antrag auf Haftentlassung, die nächste Anhörung ist am 17. April.
  • Ein früheres Zivilverfahren hatte Vorwürfe bereits als substanziell bewertet.
  • Die Anklage wirft ihm vor, unbewaffnete Afghanen zwischen 2009 und 2012 getötet zu haben.
  • Die Ermittlungen der australischen Bundespolizei waren komplex und langwierig.

Festnahme und Anklage

Ben Roberts-Smith, Australiens höchstdekorierter lebender Soldat, bleibt in Haft, nachdem er am Dienstag am Flughafen Sydney festgenommen und wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Afghanistan angeklagt wurde. Ihm werden fünf Anklagepunkte des Kriegsverbrechens Mord vorgeworfen, die sich auf Vorfälle zwischen 2009 und 2012 beziehen. Seine Anwälte stellten am Mittwoch keinen Antrag auf Haftentlassung, sodass er mindestens bis zur nächsten Anhörung am 17. April in Gewahrsam bleibt, die per Videolink stattfinden soll.

Hintergrund und früheres Verfahren

Die strafrechtliche Verfolgung folgt auf ein Zivilverfahren aus dem Jahr 2023, in dem ein Gericht feststellte, dass Roberts-Smith mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere unbewaffnete Afghanen getötet hat. Dieses Verfahren war von ihm selbst initiiert worden, um Diffamierungsvorwürfe zu bekämpfen, und markierte die erste gerichtliche Untersuchung von Kriegsverbrechen-Vorwürfen gegen australische Streitkräfte. Roberts-Smith bestreitet alle Vorwürfe und hatte sie zuvor als "ungeheuerlich" bezeichnet.

Reaktionen und politische Spaltung

Die Anklage hat in Australien eine gespaltene Debatte ausgelöst. Während die australische Bundespolizei betont, die Vorwürfe beträfen nur einen "sehr kleinen Teil" der Streitkräfte, äußern konservative und rechte Persönlichkeiten wie die Milliardärin Gina Rinehart und Ex-Premierminister Tony Abbott Unterstützung für Roberts-Smith. Sie kritisieren die Kosten und Dauer der Ermittlungen und argumentieren, dass Handlungen im Krieg nicht mit zivilen Maßstäben beurteilt werden sollten.

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