Beiruts schwarzer Mittwoch: Mehr als 360 Tote bei israelischen Luftangriffen
Wichtige Fakten
- • Am 8. April trafen israelische Luftangriffe etwa 100 Ziele im Libanon.
- • Libanons Gesundheitsministerium meldete 361 Tote und über 1000 Verletzte.
- • Allein in Hay el Sellom starben über 80 Menschen, darunter 15 Kinder.
- • Erstmals wurde Corniche al Mazraa im Zentrum Beiruts getroffen.
- • Israel erklärte, es ziele auf Hisbollah-Kommandeure und militärische Einrichtungen.
Im südlichen Vorort von Beirut ist das Viertel Hay el Sellom kaum wiederzuerkennen. Einst ein dicht besiedeltes, lebendiges Viertel, ist es heute eine Landschaft aus eingestürztem Beton, verbogenem Metall und freiliegenden Kabeln. Häuser wurden zu Schutthaufen reduziert, Treppen führen ins Nichts. Die Geräusche des Alltags sind durch Stille ersetzt worden.
Am Nachmittag des 8. April begann eine tödliche Welle israelischer Luftangriffe. Innerhalb von nur zehn Minuten wurden etwa 100 Ziele im Libanon getroffen. Die Druckwellen verwüsteten das gesamte Viertel, die engen Straßen erschwerten die Rettungsarbeiten. Bewohner beschreiben, wie unter Trümmern Menschen riefen und auf Hilfe warteten. Die Zerstörung dieses kurzen Zeitfensters übertraf alles bisher Gesehene in diesem Krieg.
Die libanesischen Behörden meldeten 361 Tote und mehr als 1.000 Verletzte. Die BBC-Analyse von Satellitenbildern und Zeugenaussagen bestätigt, dass mindestens fünf Angriffe innerhalb weniger Minuten in Al Hay el Sellom stattfanden. Auch zentrale Viertel Beiruts, wie Corniche al Mazraa, das vorher nie getroffen wurde, wurden bombardiert. Fitnessstudio, Restaurant und Friseur wurden getroffen, während der Alltag weiterging – bis zum Schlag. Anwohner beschreiben die Explosion ohnegleichen.
Israel gab an, Hisbollah-Kommandeure und Militäreinrichtungen zu Zielen gemacht zu haben, doch libanesische Behörden betonen, die getöteten Personen seien zu überwältigender Mehrheit Zivilisten gewesen.
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