Iran-Krieg: IEA warnt vor schwerster Energiekrise, Chipindustrie in Gefahr
Wichtige Fakten
- • DAX erholte sich nach Trumps Ultimatum-Verlängerung auf 23.178 Punkte (+3,6%).
- • Ölpreis (Brent) fiel auf 96 Dollar pro Barrel nach Trumps Ankündigung.
- • IEA-Chef Birol warnt vor schwerster Energiekrise seit Jahrzehnten.
- • Taiwan und Südkorea haben Helium-Vorräte für nur drei Monate.
- • Iran droht mit Angriffen auf Kraftwerke und Verminung des Persischen Golfs.
Börsentief durch Nahost-Konflikt
Der Iran-Krieg sorgt weiter für Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten. Nach einer anfänglichen Talfahrt erholte sich der DAX deutlich, nachdem US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus um fünf Tage verlängerte und von „sehr guten und produktiven“ Gesprächen mit Iran sprach. Der deutsche Leitindex stieg in der Spitze um 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte, während der Ölpreis für Brent von über 114 Dollar pro Barrel auf 96 Dollar einbrach. Anleger fürchten jedoch weiterhin, dass eine Eskalation die Inflation durch steigende Energiepreise antreiben und Notenbanken zu Zinserhöhungen veranlassen könnte.
IEA warnt vor schwerster Energiekrise
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt angesichts steigender Energiepreise, weitere Ölreserven freizugeben. IEA-Chef Fatih Birol warnt vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten, mit einem Verlust von elf Millionen Barrel Erdöl pro Tag – mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen. Er spricht von einer „großen Bedrohung“ für die Weltwirtschaft durch die Blockade der Straße von Hormus. Bereits Mitte März hatte die IEA 426 Millionen Barrel Öl aus Notvorräten freigegeben.
Chipindustrie in Gefahr durch Lieferengpässe
Der Iran-Krieg bedroht die weltweite Chipversorgung, da Lieferengpässe bei Erdgas und Helium drohen. Experten wie Jochen Stanzl von der Consorsbank warnen, dass Taiwan und Südkorea, wo 90 Prozent der modernen Chips produziert werden, nur Helium-Vorräte für drei Monate haben. Ein Ausfall könnte im Worst-Case zu einem Zusammenbruch der Lieferkette führen. Die Sperrung der Straße von Hormus und gedrosselte Gasproduktion in Katar verschärfen die Lage.
Eskalation und Verhandlungen im Konflikt
Teheran drohte vor Ablauf des Ultimatums mit Angriffen auf Kraftwerke und einer Verminung des Persischen Golfs, während Israel neue Luftangriffe startete. Trump kündigte daraufhin eine fünftägige Pause für Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur an, basierend auf Gesprächen über eine Beilegung der Feindseligkeiten. Iran dementiert jedoch direkte Verhandlungen und bezeichnet Trumps Äußerungen als Taktik zur Senkung der Energiepreise. Die gegenseitigen Angriffe gehen unvermindert weiter, mit Luftangriffen in Teheran und Raketenangriffen auf Golfstaaten.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Unsicherheit
Die Edelmetallpreise erholten sich leicht, mit Gold über 4.400 Dollar pro Feinunze, während die Unsicherheit an den Kapitalmärkten hoch bleibt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnete den Krieg als „großen Schock“, und die Märkte haben ihre Erwartungen von Zinssenkungen zu potenziellen Zinserhöhungen verschoben. Die IEA fordert mehr Homeoffice und niedrigere Tempolimits, um den Ölverbrauch zu senken, während die Chipindustrie vor möglichen Produktionsausfällen warnt.
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