Boris Johnson fordert Truppenentsendung nach Ukraine – Krieg verändert Soldatenleben
Wichtige Fakten
- • Boris Johnson fordert sofortige Entsendung von Nicht-Kampftruppen in friedliche Regionen der Ukraine.
- • Die Ukraine hat seit 2022 tausende Zivilisten eingezogen, darunter viele ohne vorherige militärische Erfahrung.
- • Der Westen habe sich nach Ansicht Johnsons zu langsam und zögerlich bei der Unterstützung der Ukraine gezeigt.
- • Viele ukrainische Soldaten berichten von tiefgreifenden persönlichen Veränderungen durch den Kriegserfahrungen.
- • Putin würde eine internationale Truppenpräsenz in der Ukraine als Provokation betrachten.
Johnson fordert Truppenpräsenz in der Ukraine
Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson hat gemeinsam mit dem ehemaligen Militärchef Admiral Sir Tony Radakin die Entsendung von Nicht-Kampftruppen der Alliierten in friedliche Regionen der Ukraine gefordert. Johnson argumentiert, dass solche Präsenz „einen Schalter im Kopf“ von Wladimir Putin umlegen und die Entschlossenheit des Westens demonstrieren könnte. Die britische Regierung plant zwar eine „Koalition der Willigen“ für den Fall eines Friedensabkommens, lehnt jedoch aktuell Truppenentsendungen ab. Johnson räumte ein, dass westliches Zögern bei der Unterstützung der Ukraine seit der Annexion der Krim 2014 den russischen Präsidenten ermutigt habe.
Krieg verändert Leben ukrainischer Soldaten grundlegend
Der seit 2022 andauernde Krieg hat zehntausende ukrainische Zivilisten zu Soldaten gemacht, viele ohne vorherige militärische Erfahrung. In Berichten an die BBC schildern sie tiefgreifende persönliche Veränderungen: Olena, ehemals Nachtclub-Managerin, ist nun Pilotin und betont, dass der Zusammenhalt mit ihren Kameraden und das Überleben nach Feindangriffen priorisiert werden. Der ehemalige NGO-Mitarbeiter Oleh beschreibt den psychologischen Druck, während Anastasia als Drohnenoperatorin von ständigen Beweisen ihrer Fähigkeiten berichtet. Der ehemalige Bio-Ingenieur Roman arbeitet als Kampfsanitäter und sieht keine Perspektive auf ein baldiges Kriegsende.
Westliche Unterstützung als zögerlich empfunden
Johnson und Radakin kritisierten, dass westliche Verbündete zu langsam und vorsichtig bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine agiert hätten – eine Haltung, die Radakin als „Inkrementalismus“ bezeichnete und die nach ihrer Ansicht unnötige Opfer gekostet habe. Sie betonten, dass nur verstärkter Druck auf das Kreml-Regime, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch, zu Frieden führen könne. Die ukrainischen Soldaten ihrerseits beschreiben den Krieg als einschneidende Erfahrung, die ihre Werte und Lebensprioritäten grundlegend verändert hat, während sie gleichzeitig auf unverminderten Widerstand gegen die russische Invasion setzen.
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