Bundesbank verbucht zweiten Milliardenverlust in Folge
Wichtige Fakten
- • Bundesbank verzeichnet 2025 Verlust von 8,6 Milliarden Euro
- • Zweiter Milliardenverlust in Folge, zweitgrößter Fehlbetrag der Geschichte
- • Verluste aus Altlasten der Krisenpolitik und höheren Sparzinsen
- • Bund erhält seit sechs Jahren keine Gewinnausschüttung mehr
- • Bundesbank bleibt trotz Verlusten voll handlungsfähig
Verluste aus Krisenpolitik
Die Bundesbank hat für das Jahr 2025 einen Verlust von 8,6 Milliarden Euro verbucht, den zweitgrößten Fehlbetrag in ihrer Geschichte und bereits den zweiten Milliardenverlust in Folge. Grund sind Altlasten aus der Krisenpolitik der vergangenen Jahre, insbesondere langlaufende Anleihen mit geringen Erträgen, sowie höhere Ausgaben für Sparzinsen an Geschäftsbanken. Bundesbankpräsident Joachim Nagel betont jedoch, dass die Bilanz weiterhin solide sei und die Belastungen nachlassen würden.
Keine Gewinnausschüttung an den Bund
In früheren Jahren überwies die Bundesbank regelmäßig mindestens 2,5 Milliarden Euro an den Bund, doch diese Zahlungen bleiben mittlerweile zum sechsten Mal in Folge aus. Experten wie Florian Heider vom Leibniz-Institut SAFE sehen die Verluste als Folge notwendiger Maßnahmen während der Corona-Pandemie, die zur Krisenbekämpfung beitrugen, und betonen, dass die Bundesbank nicht gewinnorientiert arbeite.
Priorität Preisstabilität
Trotz der Verluste bleibt die Bundesbank nach Nagels Aussage vollumfänglich handlungsfähig und verfolgt weiterhin das oberste Ziel der Preisstabilität. Im Euro-Raum wurde 2025 Preisstabilität erreicht, mit einer Inflationsrate in Deutschland von 1,9 Prozent nahe dem europäischen Ziel von zwei Prozent. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesbank weitere rote Zahlen, bleibt aber wachsam angesichts möglicher Preissteigerungen durch Energiekosten im Nahen Osten.
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