Bundesregierung plant Maßnahmen gegen steigende Spritpreise
Wichtige Fakten
- • Die Bundesregierung plant ein 'Kraftstoffpreisanpassungsgesetz' mit täglicher Preisänderung um 12 Uhr.
- • Das Kartellrecht soll verschärft werden: Unternehmen müssen Preissteigerungen bei Verdacht rechtfertigen.
- • Eine Taskforce aus Politik, Kartellamt und Mineralölkonzernen berät über Verbraucher-Entlastungen.
- • Österreich erlaubt nur drei Preiserhöhungen pro Woche, Deutschland lehnt dies ab.
- • Experten warnen vor Markteingriffen wie Preisbremsen, die Milliarden kosten und Probleme schaffen.
Maßnahmenpaket gegen Preissprünge
Die Bundesregierung plant ein Maßnahmenpaket gegen die stark gestiegenen Spritpreise, darunter ein 'Kraftstoffpreisanpassungsgesetz', das Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich um 12 Uhr beschränken soll, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben. Das Gesetz, das nach Ressortabstimmung dem Bundestag vorliegt, soll zeitlich befristet gelten und nach dem Sommer auf Wirksamkeit überprüft werden, mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro bei Verstößen.
Verschärftes Kartellrecht und Taskforce
Zusätzlich soll das Kartellrecht verschärft werden, um es dem Bundeskartellamt zu erleichtern, gegen marktbeherrschende Unternehmen vorzugehen, wobei sich bei stark steigenden Preisen die Beweislast umkehrt: Unternehmen müssen Preissteigerungen sachlich rechtfertigen. Eine von der Koalition eingesetzte Taskforce mit Vertretern aus Politik, Kartellamt, Mineralölkonzernen und Verbraucherschutz berät über weitere Entlastungen, nachdem die Monopolkommission strukturelle Probleme auf dem Mineralölmarkt in Deutschland festgestellt hat.
Kritik und alternative Vorschläge
Experten und Wirtschaftsforscher wie die Monopolkommission und das Beratergremium von Wirtschaftsministerin Reiche warnen vor kurzfristigem Aktionismus und Markteingriffen wie Preisbremsen oder Tankrabatten, die Milliarden kosten und neue Probleme schaffen könnten. Alternative Vorschläge umfassen eine 'Spritpreisbremse', die Preise an Rohölpreise koppelt, oder einen starren Preisdeckel, der jedoch EU-Ebene erfordert, während ein Tankrabatt aus der Energiekrise 2022 als wirksam, aber teuer bewertet wird.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.