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International 16.03.2026, 10:00 Aktualisiert: 16.03.2026, 23:02

EU lehnt Militäreinsatz in der Straße von Hormus ab - Trump erhöht Druck auf NATO

Die EU-Außenminister lehnen eine Ausweitung der Marineoperation 'Aspides' auf die Straße von Hormus kategorisch ab.

Wichtige Fakten

  • Die EU-Außenminister lehnen eine Ausweitung der Marineoperation 'Aspides' auf die Straße von Hormus kategorisch ab.
  • US-Präsident Trump droht NATO-Partnern mit Konsequenzen bei ausbleibender Unterstützung für die Sicherung der Meerenge.
  • Deutschland, Frankreich und Großbritannien bekräftigen ihre Ablehnung einer direkten Militärbeteiligung im Iran-Konflikt.
  • Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist aufgrund iranischer Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen.
  • Iran kann die strategisch wichtige Meerenge mit einfachen Mitteln wie Drohnen, Raketen oder Seeminen blockieren.

Trumps Druck auf NATO und europäische Ablehnung

US-Präsident Donald Trump erhöht im Iran-Krieg den Druck auf die NATO und fordert Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus. In einem Interview mit der Financial Times drohte er, dass eine ausbleibende oder negative Reaktion "sehr schlecht für die Zukunft der NATO" sein werde. Trump verlangt insbesondere Minensuchboote von europäischen Ländern und hat nach eigenen Angaben etwa sieben Staaten um die Entsendung von Kriegsschiffen gebeten, ohne diese zu nennen. Australien und Japan haben eine Beteiligung bereits abgelehnt.

Europäische Reaktionen und EU-Entscheidung

Die Europäische Union hat eine klare Absage erteilt: Sie wird sich nicht an einem möglichen Militäreinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus beteiligen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte nach Beratungen der EU-Außenminister: "Niemand will sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen. Das ist nicht unser Krieg." Eine Ausweitung der EU-Marineoperation "Aspides" auf die Meerenge lehnten die Minister ab, obwohl der Wunsch geäußert wurde, die Operation zu stärken. Deutschland, Frankreich und Großbritannien bekräftigten ihre Ablehnung einer direkten Militärbeteiligung.

Strategische Herausforderungen und regionale Auswirkungen

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist aufgrund drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen, was die globalen Öl- und Gaspreise in die Höhe treibt. Iran kann die Meerenge mit vergleichsweise einfachen Mitteln wie Drohnen, Raketen oder Seeminen blockieren, was die Versicherungswirtschaft vor Herausforderungen stellt. In der Nacht beschoss Iran nach Angaben der Behörden in Dubai die Gegend um den internationalen Flughafen, wobei ein Treibstofftank in Brand geriet und der Flugbetrieb vorübergehend ausgesetzt wurde.

Politische Spannungen und unklare Perspektiven

Die transatlantischen Spannungen verschärfen sich, da Trump europäischen Partnern mangelnde Hilfsbereitschaft vorwirft und die NATO-Zweckbestimmung in Frage stellt. Experten kritisieren die fehlende klare Strategie der USA, deren Kriegsziele zwischen der Eindämmung des iranischen Atomprogramms und einem Regimewechsel schwanken. Israel hingegen verfolgt das maximalistische Ziel, die existenzielle Bedrohung durch Iran dauerhaft zu neutralisieren. Die Blockade der Straße von Hormus bleibt ein drängendes Problem für die Weltwirtschaft, während diplomatische Lösungen wie nach dem Vorbild des Ukraine-Getreide-Abkommens diskutiert werden.

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