Deep Canvassing in den Niederlanden: Brückenbau durch Zuhören
Wichtige Fakten
- • Deep Canvassing stammt ursprünglich aus den USA und wird seit 2008 eingesetzt.
- • Die Methode basiert auf Zuhören und Teilen persönlicher Geschichten, nicht auf Überzeugen.
- • In den Niederlanden gibt es ein Netzwerk von 250 Freiwilligen in mehreren Städten.
- • Studien zeigen, dass die Methode negative Gefühle gegenüber anderen Gruppen reduzieren kann.
- • Die Initiative ist parteiunabhängig, zieht aber bisher mehr Menschen aus dem linken Spektrum an.
Einleitung
In den Niederlanden setzen Freiwillige auf Deep Canvassing, eine Methode, bei der sie an fremden Türen klingeln, um Gespräche über kontroverse Themen wie Migration zu führen, ohne zu überzeugen, sondern um zuzuhören und persönliche Geschichten auszutauschen. Bas van Veen, ein 32-Jähriger, und seine Gruppe suchen gezielt Viertel auf, in denen viele Menschen rechtspopulistische Parteien wählen, um Brücken über politische und soziale Gräben zu bauen.
Umsetzung und Herausforderungen
Die Gespräche beginnen mit einer Aussage, die auf einer Skala bewertet wird, und entwickeln sich dann zu tiefgehenden Dialogen, bei denen Empathie im Vordergrund steht. Obwohl viele Begegnungen offen und bereichernd verlaufen, stößt die Gruppe auch auf Ablehnung, wie ein Vorfall mit aggressiven Reaktionen zeigt, der zu Tränen und der Erkenntnis führte, dass Polarisierung weiterhin stattfindet. Trotzdem wollen die Teilnehmenden weitermachen, um gegen Sündenbock-Rhetorik vorzugehen.
Hintergrund und Wirkung
Deep Canvassing stammt aus den USA und wurde erstmals 2008 eingesetzt; Studien deuten darauf hin, dass es negative Gefühle gegenüber anderen Gruppen reduzieren kann. In den Niederlanden hat sich die Initiative zu einem Netzwerk mit 250 Freiwilligen entwickelt, das parteiunabhängig ist, aber bisher mehr Menschen aus dem linken Spektrum anzieht. Die langfristige Wirksamkeit in Europa ist noch nicht erforscht, doch die Bewegung wächst und finanziert sich durch Spenden.
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