DW-Journalist Alican Uludağ nach drei Monaten aus Haft entlassen – Prozess wird fortgesetzt
Wichtige Fakten
- • Alican Uludağ wurde am 21. Mai 2026 aus der Haft entlassen.
- • Das Gericht in Ankara ordnete die Freilassung am ersten Prozesstag an.
- • Der Prozess gegen ihn soll am 18. September fortgesetzt werden.
- • Ihm drohen wegen Präsidentenbeleidigung mehr als vier Jahre Haft.
- • Bundesregierung und DW fordern Verfahrenseinstellung.
Prozessauftakt mit überraschender Entwicklung
Der türkische Deutsche-Welle-Korrespondent Alican Uludağ ist nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft freigelassen worden. Das Strafgericht in Ankara ordnete seine Freilassung am ersten Prozesstag an, wie die Deutsche Welle mitteilte. Uludağ kann vermutlich noch heute das Gefängnis Silivri verlassen und zu seiner Familie in Ankara zurückkehren. Der Prozess wird jedoch fortgesetzt; der nächste Verhandlungstag ist für den 18. September angesetzt.
Anklagepunkte und Reaktionen
Die Istanbuler Staatsanwaltschaft wirft Uludağ Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und Herabwürdigung der Türkei vor – in Bezug auf einen Post auf X, in dem er die Freilassung mutmaßlicher IS-Terroristen und Korruption in der Regierung kritisierte. Nach Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuches drohen ihm mehr als vier Jahre Haft. Die Bundesregierung und die DW-Intendantin Barbara Massing zeigten sich erleichtert über die Freilassung, fordern aber gleichzeitig die Einstellung des Verfahrens. Massing betonte, Uludağ habe lediglich seine Arbeit als Gerichtsreporter gemacht und sei grundlos in Haft gewesen. Reporter ohne Grenzen belegt die Türkei auf Platz 163 von 180 der Pressefreiheitsrangliste.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.