Deutsche Welle stellt griechischsprachiges Programm ein – Kritik aus Griechenland
Wichtige Fakten
- • DW stellt griechischsprachiges Programm 2027 komplett ein.
- • Sparmaßnahmen von 21 Mio. Euro wegen Bundeszuschuss-Kürzungen.
- • Kritik aus Griechenland betont historische Rolle während Militärdiktatur.
- • Auch Budgets für Portugiesisch-Afrika und Dari/Paschtu werden gekürzt.
- • DW will in eingeschränkten Medienmärkten wie Russland präsent bleiben.
Programmeinstellung und Sparmaßnahmen
Die Deutsche Welle (DW) stellt ihr griechischsprachiges Programm ab dem kommenden Jahr komplett ein, als einzige der 32 Sendesprachen, aufgrund von Sparmaßnahmen in Höhe von 21 Millionen Euro, die durch Kürzungen des Bundeszuschusses für 2026 notwendig wurden. Neben dem griechischen Angebot werden auch die Budgets für Portugiesisch für Afrika sowie für Dari und Paschtu für Afghanistan gekürzt, und die spanischsprachigen Fernsehnachrichten werden außerhalb der Hauptsendezeit reduziert.
Kritische Reaktionen aus Griechenland
In Griechenland löste die Ankündigung Kritik und Besorgnis aus, wobei Medien wie Ta Nea und Kathimerini auf die historische Bedeutung der DW während der griechischen Militärdiktatur (1967-1974) hinweisen, als sie eine wichtige Informationsquelle für Freiheitshoffnungen war, und während der Eurokrise für sachliche Berichterstattung sorgte. Griechische Stimmen fordern, dass der griechische Staat handeln müsse, um diese Lücke in der Medienlandschaft zu schließen.
Begründung und Auftrag der DW
Die DW argumentiert, dass Griechenland als EU-Mitglied und stabile Demokratie mit diverser Medienlandschaft weniger Bedarf für ihr Programm habe, und betont ihren Auftrag, in eingeschränkten Medienmärkten wie Russland und dem Iran als "starke Stimme der Freiheit" zu bleiben, trotz erwarteter Reichweitenverluste durch die Kürzungen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.