Deutschlands Staatsdefizit steigt – Anleiherenditen auf Höchststand
Wichtige Fakten
- • Staatsdefizit erreicht im ersten Halbjahr 71,3 Milliarden Euro, 3,1% des BIP.
- • Rendite zehnjähriger Bundesanleihen steigt auf 3,275%, 15-Jahres-Hoch.
- • Zinsausgaben des Bundes steigen um fast 12% auf 27,3 Milliarden Euro.
- • Hohe Staatsausgaben für Verteidigung und Sondervermögen erhöhen die Verschuldung.
- • Der wachsende Kapitalbedarf von Tech-Konzernen und Sorge um Inflation schüren Anspannung am Anleihemarkt.
Hohe Neuverschuldung setzt Finanzen unter Druck
Deutschlands öffentliche Kassen weisen im ersten Halbjahr ein Defizit von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf. Das liegt über der Maastricht-Obergrenze von drei Prozent und markiert den ersten derartigen Verstoß seit der Corona-Krise 2021. Besonders die gestiegenen Ausgaben für Verteidigung, Investitionen und Subventionen – etwa aus dem Fiskalpaket – hätten die Verschuldung ansteigen lassen.
Bundesanleihen: Höchste Rendite seit über 15 Jahren
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte vor Kurzem mit 3,275 Prozent den höchsten Stand seit über 15 Jahren. Steigende Renditen belasten den Staat, da neue Anleihen nur mit besseren Konditionen zu vermarkten sind und damit die Zinslast in die Höhe treiben. Zudin sorgt auch die wachsende Kapitalnachfrage von Risiken aus dem Künstliche-Intelligenz-Bereich.
Wirtschaftswächter sehen Risiko für Deutschlands Top-Bonität
Experten wie ifo-Präsident Clemens Fuest fordern deshalb ein tragfähiges Konzept konsolidierender Ausgaben zugunsten sinnvoller Investitionen. Sollte Deutschland jedoch weder wirtschaftliche Impulse entwickeln noch ein Belastungspaket schnüren, halten Beobachter eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit in naher Zukunft für denkbar – was zu einer weiter beschleunigten Zinslast führen würde. Zugleich zeigen robustere Konjunkturdaten aktuell eine leichte Entspannung an den Kalkulationsfaktoren.
Deutschlands Defizit im ersten Halbjahr steigt auf 71,3 Mrd. Euro – zugleich bleibt der Kostendruck im Bund hoch, Fachleute schlagen Alarm.
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