Teilen:
Wirtschaft 19.04.2026, 04:39 Aktualisiert: 19.04.2026, 06:00

Digitaler Euro: EZB treibt digitale Zentralbankwährung zur Stärkung der Souveränität voran

Die EZB plant die Einführung eines digitalen Euro, der 1:1 an den physischen Euro gekoppelt ist.

Wichtige Fakten

  • Die EZB plant die Einführung eines digitalen Euro, der 1:1 an den physischen Euro gekoppelt ist.
  • Ziel ist es, die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr gegenüber US-Anbietern wie PayPal zu stärken.
  • Der digitale Euro soll in einer digitalen Geldbörse (Wallet) verfügbar sein, auch ohne Internetverbindung nutzbar.
  • Private Initiativen wie Wero bieten bereits europäische Bezahllösungen, die Banken umgehen.
  • Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden derzeit erarbeitet, mit einer möglichen Einführung bis 2029.

Einführung einer digitalen Währung

Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt die Einführung eines digitalen Euro voran, um die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr zu stärken und die Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern wie PayPal, Google Pay und Visa zu reduzieren. Der digitale Euro soll als digitales Zentralbankgeld 1:1 an den physischen Euro gekoppelt sein und in einer digitalen Geldbörse (Wallet) verfügbar sein, mit der Verbraucher bargeldlos und auch ohne Internetverbindung bezahlen können. Bargeld wird dabei nicht abgeschafft, sondern der digitale Euro ergänzt die bestehenden Zahlungsmöglichkeiten.

Hintergrund und Motivation

Die Motivation für den digitalen Euro liegt in geopolitischen Bedenken, da Änderungen im politischen Klima der USA europäische Zahlungssysteme gefährden könnten, wie Ökonomen wie Edgar Walk von Metzler Asset Management betonen. Private Initiativen wie Wero, ein europäisches Bezahlsystem von Banken und Zahlungsdienstleistern, bieten bereits Alternativen, doch die EZB sieht die Notwendigkeit, mit einer offiziellen digitalen Währung die Autonomie zu erhöhen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden derzeit vom EU-Parlament und Rat erarbeitet, mit einer möglichen Einführung bis 2029, sofern technische und datenschutzrechtliche Fragen geklärt sind.

Auswirkungen und Zukunft

Experten wie Tobias Berg von der Goethe Universität sehen im digitalen Euro ein zentrales Instrument zur Effizienzsteigerung und Souveränitätsstärkung, das private Wettbewerber nicht verdrängen, sondern ergänzen soll. Verbraucher werden somit künftig zwischen Kreditkarten, EC-Karten, Wero und dem digitalen Euro wählen können, was europäische Alternativen im globalen Zahlungsverkehr schafft und die finanzielle Resilienz erhöht.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.