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Inland 17.04.2026, 04:00 Aktualisiert: 17.04.2026, 10:47

Drei Tote bei Arbeitsunfall in Lederfabrik: Ermittlungen zu Chemikalien laufen

Drei Arbeiter (38, 58, 59 Jahre) starben in einer Grube der Lederfabrik in Runkel.

Wichtige Fakten

  • Drei Arbeiter (38, 58, 59 Jahre) starben in einer Grube der Lederfabrik in Runkel.
  • Zwei Verletzte wurden reanimiert und per Hubschrauber in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht.
  • Die Polizei vermutet eine Kohlenmonoxidvergiftung, möglicherweise durch Chemikalien aus dem Gerbeprozess.
  • 45-50 Einsatzkräfte wurden vorsorglich dekontaminiert, es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung.
  • Die Kriminalpolizei und Spezialisten des Regierungspräsidiums untersuchen die Chemikalien in der Grube.

Schwerer Arbeitsunfall mit drei Todesopfern

Bei einem Arbeitsunfall in einer Lederfabrik und Pelzgerberei in Runkel (Limburg-Weilburg) sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer waren 38, 58 und 59 Jahre alt. Zwei weitere Mitarbeiter wurden schwer verletzt, mussten reanimiert werden und wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht, wo sie sich am Freitagmorgen noch in einem kritischen Zustand befanden. Die fünf Personen wurden am Donnerstagnachmittag von einem Mitarbeiter reglos in einer Grube der Gerberei aufgefunden.

Ermittlungen zu Ursache und Einsatz

Die Behörden gehen davon aus, dass es in der Grube zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sein könnte, möglicherweise in Verbindung mit Chemikalien aus dem Gerbeprozess. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und konzentriert sich auf die Untersuchung der Chemikalien in der Grube. Ein Spezialist des Regierungspräsidiums Gießen und Vertreter der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie sind vor Ort, um die Lage zu begutachten. Die Feuerwehr maß Gase in der Grube, ein Gefahrstoffaustritt bestand jedoch nicht, und für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit Gefahr.

Großeinsatz und Dekontamination

Rund 150 Rettungskräfte waren im Einsatz, darunter drei Rettungshubschrauber. Da gefährliche Stoffe vermutet wurden, wurden 45 bis 50 Einsatzkräfte, die direkt mit den Verletzten in Kontakt standen, vorsorglich dekontaminiert und ärztlich untersucht. Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einem außergewöhnlichen Einsatz und dankte den Kräften für ihren großen Einsatz.

Politische Reaktionen und Gedenken

Innenminister Roman Poseck (CDU) und Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) zeigten sich erschüttert und dankten den Einsatzkräften. Bürgermeisterin Antje Hachmann (SPD) äußerte sich schockiert über das Unglück in der kleinen Stadt, wo sich Angehörige am Freitagmorgen vor der Fabrik zum Gedenken versammelten. Für den Abend sind ein Gedenkgottesdienst in der Evangelischen Kirche und Geläut um 19 Uhr geplant, während die Fahnen in Runkel auf Halbmast wehen.

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