Drohnen-Überlegenheit? Ukraine-Krieg: Experte warnt vor zu viel Optimismus
Wichtige Fakten
- • Ukraine hat Überlegenheit bei Drohnen bis 200 km Tiefe erreicht.
- • Russische Verluste übersteigen seit vier Monaten die Rekrutierungszahlen.
- • Kämpfe finden in kleinen Gruppen statt, keine klare Frontlinie.
Aktuelle Lage im Osten
Der Schwerpunkt der Kampfhandlungen in der Ukraine liegt weiterhin im Donbass, insbesondere im Süden von Donezk. Russische Streitkräfte versuchen, die Städte Slowjansk und Kramatorsk einzukesseln, haben aber bisher keinen durchschlagenden Erfolg erzielt. Die Ukraine hat nach Einschätzung von Militärexperte Franz-Stefan Gady eine Überlegenheit bis Parität in der unbemannten Kriegsführung erreicht und kann Ziele in einer Tiefe von 30 bis 200 Kilometern hinter der Frontlinie effektiv angreifen.
Russische Verluste und Moral
Die russischen Verluste sind hoch und übertreffen seit vier Monaten die Rekrutierungszahlen, was die offensiven Fähigkeiten einschränkt. Auch die ukrainischen Streitkräfte sind ermüdet, der Kampfeswille ist jedoch ungebrochen. Das Gefechtsbild ist geprägt von Kämpfen zwischen Drohnen und kleinen Infanteriegruppen, ohne klare Frontlinien, angesichts von Personaldefiziten und geringer Rotation auf beiden Seiten.
Grenzen der Drohnen-Überlegenheit
Gady warnt davor, die Überlegenheit der Ukraine bei Drohnen auf dem Gefechtsfeld zu überschätzen. Jeder technische Vorteil währe nur kurz, Russland werde innerhalb weniger Monate durch effektivere Luftverteidigungssysteme eine Lösung finden. In der Gesamtlage bleibe Russland überzeugt, die Abnutzungsstrategie werde letztlich Erfolg bringen, und es wird in den kommenden Monaten Geländegewinne im Donbass erzielen.
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