Düngemittelkrise durch Iran-Krieg gefährdet globale Nahrungsmittelproduktion
Wichtige Fakten
- • Krieg im Iran blockiert Schifffahrt durch die Straße von Hormus.
- • Yara-Chef: Fehlende Düngemittel bedrohen 10 Milliarden Mahlzeiten wöchentlich.
- • Düngemittelpreise stiegen seit Kriegsbeginn um 60-70%.
- • Ammoniak-Produktion in Katar und anderen Ländern ausgesetzt.
- • Ärmste Länder wie Äthiopien und Kenia sind am stärksten betroffen.
Krieg blockiert Düngemittelproduktion und gefährdet globale Ernten
Der Krieg im Iran blockiert die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und unterbricht die Versorgung mit Düngemitteln. Svein Tore Holsether, Chef von Yara, dem weltgrößten Düngemittelhersteller, warnt, dass dies bis zu zehn Milliarden Mahlzeiten pro Woche kosten könnte – die ärmsten Länder, besonders in Afrika, würden am stärksten getroffen.
Harnstoffpreise steigen rasant – Produktion eingestellt
Seit Kriegsbeginn sind die Preise für Harnstoff um 60 bis 70 Prozent gestiegen. Zudem gefährden die Einstellung der Ammoniakproduktion, etwa in Katar, und logistische Engpässe die Versorgung. Yara verliert täglich 500.000 Tonnen Stickstoffdünger.
Afrika leidet doppelt – schwache Böden und fehlende Reserven
Während Europa Subventionen bereitstellen kann, fehlt Afrika diese Unterstützung. Der Düngeeinsatz ist dort bereits niedrig, was Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent nach sich ziehen kann. S&P Global bestätigt die Anfälligkeit von Äthiopien und Kenia.
EU lockert Regeln – doch Afrika bleibt zurück
Die EU gewährt bis zu 50.000 Euro pro Hof für steigende Treibstoff- und Düngerkosten. In Subsahara-Afrika fehlen solche Hilfen. Holsether mahnt, die ärmsten Länder nicht im Stich zu lassen, und fordert, die Landwirtschaft dort als Wirtschaftszweig zu stärken.
Der Konflikt könne zu einem globalen Wettbieten um Nahrung führen, bei dem Europa zwar keine Hungersnot erleide, aber Länder in Afrika die Zeche zahlten, warnt Holsether.
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