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International 01.05.2026, 05:04

Selbsthilfe hinter Gittern: Britisches Paar in Irans Evin-Gefängnis spricht über Haftalltag

Lindsay und Craig Foreman wurden 2025 wegen Spionage inhaftiert, bestreiten die Vorwürfe.

Wichtige Fakten

  • Lindsay und Craig Foreman wurden 2025 wegen Spionage inhaftiert, bestreiten die Vorwürfe.
  • Die beiden aus Ost-Sussex verbüßen eine 10-jährige Haftstrafe im Evin-Gefängnis.
  • Sie sind voneinander getrennt inhaftiert, telefonieren über das Foreign Office mit ihrem Sohn.
  • Der iranische Zellenstaat mit tödlichen Unruhen: Eine Zellengenossin wurde zum Tode verurteilt.

Haftalltag in Evin: Einsamkeit und Sorgen um Mitgefangene

Lindsay Foreman, eine 53-jährige Lebensberaterin, und ihr Mann Craig (52) aus East Sussex sitzen seit 16 Monaten im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Sie wurden im Januar 2025 auf ihrer Motorrad-Weltreise wegen Spionageverdachts festgenommen – eine Anschuldigung, die sie entschieden zurückweisen. Seit ihrer Verurteilung zu zehn Jahren Haft im Februar kämpfen sie mit der Erkenntnis, „lange hier zu sein“, wie Lindsay der BBC am Telefon sagt. Sie hält sich mit Lesen, Runden im Gefängnishof und Yoga über Wasser. Craig, der in einer anderen Zelle untergebracht ist, schildert die hygienischen Zustände als „nicht sehr sauber“ und berichtet von Auseinandersetzungen unter Insassen. Ihr Sohn Joe Bennett vermittelt die Telefonate über das Foreign Office, das die Haft als „empörend“ bezeichnet, allerdings fanden zuletzt keine konsularischen Besuche statt.

Flugzeuglärm und Todesurteile: Die Härte des iranischen Justizsystems

Das Paar erlebte zu Beginn des Krieges zwischen Israel/USA und Iran intensive Angst; ein Waffenstillstand herrscht inzwischen. Lindsay, Doktorin der positiven Psychologie, zeigt sich sensibel gegenüber plötzlichen Geräuschen nach nahen Bombeneinschlägen. Cellengenossinnen, die nicht Englisch sprechen, und eine Zellenkollegin, die wegen Protesten zum Tode verurteilt wurde – die Umstände sind extrem. Craig beschreibt, wie vier seiner Zellengenossen zur Hinrichtung abgeführt wurden, deren Vollstreckung das iranische Fernsehen öffentlich macht. Die Behörden beschlagnahmten das Motorrad des Paares von einer Reise von Europa nach Australien; die Frage von Lindsay nach dem ‚guten Leben‘ in der jeweiligen Kultur scheint der Auslöser für die Beschuldigungen zu sein.

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