Dürre in Wales: Erste Region des Vereinigten Königreichs ruft Dürrestatus aus
Wichtige Fakten
- • Wales ist die erste Region des Vereinigten Königreichs mit offiziellem Dürrestatus in diesem Sommer.
- • Es wurden nur etwa 5 % des durchschnittlichen Juli-Niederschlags gemessen.
- • Die Flüsse erreichen Rekordtiefstände; Fische und andere Wildtiere sterben.
- • In Wales gilt in Teilen bereits ein Schlauchverbot (hosepipe ban).
- • Wegen historischer Unterinvestitionen wird die Wasserversorgung in England und Wales kritisiert.
Dürrestatus in Wales ausgerufen
Wales hat als erste Region des Vereinigten Königreichs offiziell den Dürrestatus ausgerufen. Grund sind extreme Trockenheit, flächendeckende Waldbrände und Rekordtiefstände der Flüsse. Nach Angaben von Natural Resources Wales (NRW) betrug der Niederschlag im Juli nur etwa 5 % des Durchschnitts; es droht der trockenste Juli seit fast 190 Jahren. Betroffen sind Nord- und Teile von Mittelwales, darunter Gwynedd, Anglesey sowie die Flusssysteme Dee, Clwyd und Upper Severn.
Auswirkungen auf Umwelt und Landwirtschaft
Die niedrigen Wasserstände führen zu Sauerstoffmangel und erhöhten Wassertemperaturen (bis zu 28 °C in Wye und Usk), was zum Sterben von Fischen und anderen Wasserlebewesen führt. Landwirte berichten von vertrocknenden Feldern, Hitzestress bei Nutztieren und Ertragseinbußen. Ein Landwirt aus Abergele muss seine Tiere mit Wasser aus der Stadt versorgen, da sein Brunnen ausgetrocknet ist.
Wasserversorgung und Maßnahmen
Bereits mehr als 20 Millionen Menschen in England und Wales sind von Schlauchverboten betroffen. Welsh Water verhängte ein solches Verbot für 33.000 Haushalte in Westwales. Die Umweltbehörden rufen zu sparsamem Wasserverbrauch auf. Die sommerliche Dürre folgt auf einen nassen Winter, was Fragen zur Wassermagamentstrategie aufwirft. Kritiker bemängeln jahrelange Unterinvestitionen in die Wasserinfrastruktur.
Wettsicht und Klimawandel
Experten erwarten, dass der Klimawandel trockenere Sommer und häufigere Dürren in Großbritannien begünstigt. Die Derzeit werden neue Stauseen (neun in England bis 2050) sowie Maßnahmen zur Leckreduzierung und Nachfragesteuerung geplant. Der Dürrehaushalt betrifft naturabhängige Systeme und könnte bei ausbleibenden Regen auch die öffentliche Wasserversorgung belasten.
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