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Politik 16.05.2026, 10:00 Aktualisiert: 16.05.2026, 12:02

Trump-Begnadigter Ryan Nichols nach neuem Waffendelikt festgenommen

Mindestens fünf Trump-Begnadigte aus Kapitol-Sturm erneut straffällig.

Wichtige Fakten

  • Mindestens fünf Trump-Begnadigte aus Kapitol-Sturm erneut straffällig.
  • Ryan Nichols zeigte nach Streit auf Kirchenparkplatz eine Waffe.
  • Nichols saß wegen Angriffs auf Polizisten fünfeinhalb Jahre im Gefängnis.
  • Auch Kaplan-Einbrecher Zachary Alam erhielt sieben Jahre Haft.
  • Lauren Boebert verknüpfte Begnadigung von Wahlleugnerin mit Wasserprojekt-Finanzierung.

Hintergrund der Begnadigungen

Präsident Donald Trump begnadigte am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 rund 1.500 Teilnehmer des Angriffs auf das US-Kapitol vom 6. Januar 2021. Darunter befanden sich zahlreiche Personen, die wegen schwerer Gewalttaten verurteilt worden waren. Diese Massenbegnadigung stieß auf massive Kritik, da sie die strafrechtliche Verantwortung für die schwersten Ausschreitungen der jüngeren US-Geschichte unbeachtet ließ.

Neuer Fall: Ryan Nichols

Ryan Nichols, 35 Jahre alt, wurde am 10. Mai 2025 in Harleton, Texas, festgenommen, nachdem er während eines Streits auf einem Kirchenparkplatz eine Handhabe gezeigt und aggressiv auf sein Gegenüber eingewirkt haben soll. Das Opfer hatte zuvor versucht, mit seiner Familie zu fliehen, fühlte sich aber von Nichols bedroht, als dieser die Waffe präsentierte. Die Polizei legt ihm gefährliches Verhalten (deadly conduct) zur Last; zudem wurde er wegen Belästigung angezeigt. Nach zwei Tagen in Haft kam er gegen eine Kaution von 8.000 Dollar frei. Nichols war im November 2023 wegen seiner Beteiligung am Kapitol-Sturm – unter anderem wegen Einsatzes von Pfefferspray gegen Polizisten und Drohungen mit Gewalt – zu 5 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach seiner Begnadigung hatte er kurzzeitig eine Kandidatur für den US-Kongress angekündigt, diese aber später zurückgezogen mit der Begründung, er habe „nicht die Fähigkeit, dieses Land richtig zu führen“.

Weitere Rückfälle und Konsequenzen

Eine Datenbank der NGO Citizens for Responsibility and Ethics in Washington (CREW) listet insgesamt mehr als 30 begnadigte Kapitol-Täter auf, die in anderen Fällen erneut angeklagt wurden. Neben Nichols sind vier weitere Personen bekannt, bei denen Straftaten nach der Begnadigung nachgewiesen wurden. Darunter ist Christopher Moynihan, der im Februar 2025 in New York wegen Morddrohungen gegen den demokratischen Fraktionsführer Hakeem Jeffries zu drei Jahren Bewährung verurteilt wurde. Ein weiterer Fall: Zachary Alam, der am 7. Mai 2025 wegen Einbruchs beginnend sieben Jahre Haft erhielt. Die Fälle zeigen, dass die pauschale Begnadigung durch Trump nicht zur Resozialisierung der Täter beigetragen hat, sondern teils sogar neue Straftaten ermöglichte oder begünstigte.

Politische Verquickungen

Der Fall der begnadigten Wahlleugnerin Tina Peters zeigt die enge Verflechtung von Begnadigungen und politischen Forderungen: Die republikanische Abgeordnete Lauren Boebert deutete an, dass Trump nach der Freilassung Peters' nun Mittel für ein Trinkwasserprojekt in Colorado freigeben könnte. Boebert machte Trump für die Blockade verantwortlich und nutzte die Begnadigung als Druckmittel. Trump hatte zuvor ein entsprechendes Gesetz mit einem Veto blockiert.

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