EU erwägt Urheberrecht als Waffe gegen KI-Betrug durch Deepfakes
Wichtige Fakten
- • Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland wurde bereits Opfer von Betrug, mit durchschnittlich 820 Euro Schaden.
- • Der EU AI-Act regelt Transparenz bei Deepfakes, bietet aber keine umfassende Lösung gegen Betrug.
- • Die dänische Regierung schlägt ein Copyright für Bürger vor, um Bild und Stimme zu schützen.
- • Deepfakes können Demokratien gefährden, indem sie Politikern falsche Aussagen unterschieben.
- • Verbraucherschützer empfehlen Sicherheitswörter bei verdächtigen Anrufen von Vertrauenspersonen.
Zunehmende Bedrohung durch KI-Betrug
Künstlich generierte Deepfakes werden immer häufiger für Betrugsmaschen genutzt, etwa durch geklonte Stimmen am Telefon, die sich als Familienmitglieder ausgeben. Laut einem Bericht der Global Anti-Scam Alliance war bereits jeder fünfte Erwachsene in Deutschland Opfer von Betrug, mit durchschnittlichen Schäden von 820 Euro. Verbraucherschützer wie Els Bruggemann von Euroconsumers betonen, dass KI-Tools wie ChatGPT es Betrügern ermöglichen, fehlerfreie Phishing-E-Mails zu erstellen, was die Erkennung erschwert.
EU sucht nach Lösungsansätzen
Die EU hat mit dem AI-Act bereits Transparenzvorschriften für Deepfakes eingeführt, doch diese reichen nicht aus, um Betrug im Privatbereich zu bekämpfen. Der SPD-Europaabgeordnete René Repasi kritisiert, dass der Fokus bisher auf Urheberrechten für kreative Werke lag, nicht auf dem Schutz einzelner Personen. Als Vorbild dient ein dänischer Vorschlag, der ein Copyright für Bürger einführen will, um die Nutzung von Bild und Stimme nur mit Zustimmung zu erlauben.
Demokratische Risiken und praktische Ratschläge
Deepfakes stellen auch eine Gefahr für Demokratien dar, da sie Politikern falsche Aussagen unterschieben können, wie ein Fall mit einem gefälschten Video über einen angeblichen Staatsstreich in Paris zeigt. Bis rechtliche Maßnahmen auf EU-Ebene umgesetzt werden, raten Verbraucherschützer zu Sicherheitswörtern bei verdächtigen Anrufen, um die Identität des Gesprächspartners zu überprüfen.
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