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Wissen 18.01.2026, 07:00 Aktualisiert: 18.01.2026, 12:08

Event Horizon Telescope plant „Film“ vom Schwarzen Loch in M87 – Cambridge-Professorin spricht von revolutionärer Kampagne

Das Event Horizon Telescope (EHT), ein weltweites Netzwerk aus 12 Radioteleskopen, will im März und April das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie Messier 87 (M87) wiederholt beobachten.

Wichtige Fakten

  • Das Event Horizon Telescope (EHT), ein weltweites Netzwerk aus 12 Radioteleskopen, will im März und April das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie Messier 87 (M87) wiederholt beobachten.
  • Durch die Erdrotation kommt M87 nacheinander für verschiedene Teleskope in Sicht; dadurch kann etwa alle drei Tage ein vollständiges Bild gewonnen werden, das zu einer bewegten Sequenz („Film“) zusammengesetzt werden soll.
  • Das Schwarze Loch in M87 hat eine Masse von rund 6 Milliarden Sonnenmassen und eine Ausdehnung in der Größenordnung des Sonnensystems; aufgrund dieser Skala verändern sich Strukturen langsam genug, um Einzelaufnahmen zu einem Film zu verbinden.
  • Ziel der Kampagne ist es, die Rotationsgeschwindigkeit (Spin) des Schwarzen Lochs besser zu bestimmen und besser zu verstehen, wie Schwarze Löcher ihre Jets starten.
  • Die Messung des Spins soll helfen, konkurrierende Wachstumsmodelle zu unterscheiden: schnelles Rotieren wäre eher mit Wachstum durch Akkretion vereinbar, während wiederholte Verschmelzungen die Rotation eher abbremsen könnten.
  • Sera Markoff, neu ernannte Plumian Professorin an der University of Cambridge und Gründungsmitglied des EHT-Konsortiums, bezeichnete die Film-Kampagne als „revolutionär“ und erwartet eine Beschleunigung des wissenschaftlichen Fortschritts „um eine Größenordnung“.
  • Die Auswertung wird voraussichtlich dauern, weil große Datenmengen auf Festplatten physisch transportiert werden müssen; insbesondere der Versand aus der Antarktis ist erst während des antarktischen Sommers möglich, bevor die Daten u.a. in Deutschland und den USA verarbeitet werden.
Astronominnen und Astronomen des Event Horizon Telescope (EHT) bereiten eine Premiere vor: Erstmals soll ein „Film“ eines supermassereichen Schwarzen Lochs entstehen. Das globale Netzwerk aus 12 Radioteleskopen will im März und April das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie Messier 87 (M87) verfolgen und dabei die leuchtenden Materiestrukturen am Rand des Ereignishorizonts in kurzen Abständen aufnehmen. Weil die Erde rotiert und M87 für die einzelnen Stationen zeitversetzt sichtbar wird, lässt sich ungefähr alle drei Tage ein vollständiges Bild rekonstruieren, das später zu einer bewegten Sequenz zusammengesetzt werden soll. Laut Sera Markoff, neu ernannter Plumian Professorin der University of Cambridge und Gründungsmitglied des EHT-Konsortiums, sei diese „Movie“-Kampagne revolutionär und könne die Forschung „um eine Größenordnung“ beschleunigen. Wissenschaftlich soll das Projekt vor allem die Rotationsgeschwindigkeit (Spin) von M87* genauer eingrenzen und helfen zu klären, wie Schwarze Löcher ihre gewaltigen Jets starten. Die Spin-Messung könnte zudem Hinweise darauf liefern, ob solche Giganten überwiegend durch stetige Akkretion wachsen (tendenziell schnellerer Spin) oder durch Verschmelzungen mit anderen Schwarzen Löchern (tendenziell Abbremsung). Bis die Öffentlichkeit einen Blick auf den „Film“ werfen kann, dürfte es jedoch dauern: Die Datenmengen sind so groß, dass Festplatten – insbesondere aus der Antarktis – erst im antarktischen Sommer physisch nach Europa (u.a. Deutschland) und in die USA gebracht und dort aufwendig verarbeitet werden müssen.

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