Teilen:
Experten warnen vor reinen Altersgrenzen bei Social Media
Experten: Altersgrenzen schützen Jugendliche unzureichend.
Wichtige Fakten
- • Experten: Altersgrenzen schützen Jugendliche unzureichend.
- • Gasser fordert kindgerechtes App-Design und kluge Regulierung.
- • EU plant Altersverifikations-App, 400 Forschende warnen vor Nebenwirkungen.
- • Australien verbietet Social Media für unter 16-Jährige ab Dezember 2026.
- • Türkisches Parlament beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige.
Experten kritisieren reine Altersgrenzen
Altersgrenzen bei Social Media schützen Kinder und Jugendliche nicht ausreichend. Das zeigen Erkenntnisse aus Psychologie, Padagogik und Informatik. Der Digitalrechtsexperte Urs Gasser von der TU Munchen fordert stattdessen einen Ansatz aus kindgerechtem App-Design und gesetzlicher Regulierung: 'Wir brauchen Smart Design und Smart Regulation der Plattformen.' Seine internationale Arbeitsgruppe hat die Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin Science veroffentlicht. Gasser warnt davor, weit effektivere Schutzmassnahmen zugunsten einer neuen EU-App zur Altersverifikation zu vernachlassigen.Kritik an EU-Altersverifikations-App
Die EU entwickelt eine separate App zur Altersuberprufung, obwohl die Digital Identity Wallet bereits ahnliche Funktionen bieten konnte. Expertinnen und Experten kritisieren, dass diese Sonderlosung zusatzlichen Aufwand verursacht. Zudem machten verschiedene rechtliche Aspekte, etwa das Recht auf Teilhabe, Altersverifikationen zum Balanceakt. Anja Lehmann vom Hasso-Plattner-Institut verweist auf einen offenen Brief von mehr als 400 Sicherheitsforschenden, die vor der Erhebung sensibler privater Daten warnen. Lehmann betont, selbst die datenschutzfreundlichste Losung sei nicht frei von Nebenwirkungen.Praktische Schutzmassnahmen gefordert
Gasser pladiert in seiner Studie fur konstruktive Ansatze: intelligente Hilfsangebote bei Cyber-Grooming, Meldechatbots, Algorithmen gegen endlose Schleifen extremer Inhalte. Auch KI konnte helfen: On-Device-Interventionen konnten Gewalt videos und Hassbotschaften blockieren. Und auch eine gesetzlich verbindlichere Alterskontrolle anhand des biometrischen Fotos, wie es bereits zum Teil für die Verifikation des eigenen Accounts existiert, kommt nicht gut an. Studien haben gezeigt, das es zum Beispiel durch so genannte Ferndiagnose mit diesem Bild zu schweren Haufigkeit erhobenen fahrlässigen Jungendamts gibt gegen die dann die Betroffenen schwer ankampfen konnten.Lander gehen unterschiedliche Wege
Das turkische Parlament hat einem Social-Media-Verbot fur Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren zugestimmt. Die Opposition wirft der Regierung vor, unter dem Deckmantel des Kinderschutzes neue Beschrankungen einzufuhren. In Australien durfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit Mitte Dezember 2025 keine eigenen Social-Media-Konten mehr auf vielen grossen Plattformen haben. Auch in Deutschland gibt es eine Debatte uber Altersbeschrankungen. Grundsatzlich ist aber mehr im Umgang und in der Struktur notig.Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.