Fibremaxxing: Der Social-Media-Trend zu mehr Ballaststoffen im Faktencheck
Wichtige Fakten
- • Die DGE empfiehlt 30g Ballaststoffe täglich, der Durchschnitt liegt unter 20g.
- • Ballaststoffe fördern Darmgesundheit und senken Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- • Zu schnelle Erhöhung kann Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe verursachen.
- • Über 70g täglich gelten als sehr viel, Leinsamen sollten auf 20g begrenzt werden.
- • Forschung arbeitet an ballaststoffreichen Fertigprodukten wie Tiefkühlpizza.
Der Trend und seine Grundlagen
Unter dem Hashtag #Fibremaxxing wird auf Social Media dafür geworben, die Ballaststoffzufuhr zu maximieren. Influencer zeigen exotische Chia-Müslis, Linsen-Bowls und Nuss-Snacks. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin, begrüßt grundsätzlich das Ziel, mehr Ballaststoffe zu essen, da die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 30 Gramm täglich empfiehlt, während der Durchschnitt in Deutschland unter 20 Gramm liegt.
Gesundheitliche Wirkungen und Grenzen
Ballaststoffe sind unverzichtbar für die Darmgesundheit, fördern eine gesunde Blutzucker- und Cholesterinregulation und senken das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2. Allerdings warnen Experten vor Mythen: Mehr Ballaststoffe haben nicht den gleichen Effekt wie Adipositas-Medikamente wie Wegovy und Mounjaro, und über 30 Gramm täglich bringen kaum zusätzliche Vorteile.
Risiken und praktische Empfehlungen
Eine zu schnelle Erhöhung der Ballaststoffzufuhr kann zu Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfen führen. Über 70 Gramm täglich gelten als sehr viel, und Leinsamen sollten aufgrund möglicher Cadmium-Belastung auf maximal 20 Gramm begrenzt werden. Experten raten zu einer sanften Umstellung mit Vollkorn, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen, viel Trinken und einer Mischung verschiedener pflanzlicher Lebensmittel. Forschung arbeitet an ballaststoffreicheren Fertigprodukten wie Tiefkühlpizza.
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