Finanzinvestoren bedrohen hausärztliche Versorgung in Deutschland
Wichtige Fakten
- • 73% der PE-MVZ bieten keine vollständige hausärztliche Leistungsbreite.
- • Jeder zweite Patient eines PE-MVZ sucht einen zweiten Hausarzt auf.
- • PE-MVZ konzentrieren sich auf Ballungsräume, meiden ländliche Gebiete.
- • Studie der KVB zeigt systematischen Qualitätsverlust in PE-MVZ.
Finanzinvestoren in der Hausarztmedizin
Immer mehr Private-Equity-Investoren drängen in die hausärztliche Versorgung und kaufen Medizinische Versorgungszentren (MVZ) auf. Auf dem Bayerischen Hausärztetag warnen Mediziner vor einem negativen Einfluss auf die Patientengesundheit.
Eine bisher unveröffentlichte Studie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) auf Basis von Abrechnungsdaten zeigt, dass 73 Prozent der von Investoren geführten Hausarztpraxen nicht die volle hausärztliche Leistungsbreite anbieten. Typische Leistungen wie Hausbesuche und Gespräche mit chronisch Kranken würden vernachlässigt, da sie weniger lukrativ sind. Zudem müsse jeder zweite Patient deshalb einen zweiten Hausarzt aufsuchen.
Ein besonderes Problem sei die intransparente Eigentümerstruktur: Oft stecken ausländische Private-Equity-Gesellschaften dahinter. Die MVZ konzentrierten sich auf Ballungsräume, während ländliche Gebiete unterversorgt blieben. Von der Politik fordern die Ärzte ein MVZ-Transparenzregister und ein Regulierungsgesetz, wie im Koalitionsvertrag vereinbart.
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