Forensische Archäologie: Polizei trainiert für alte Tatorte
Wichtige Fakten
- • Bayerische Polizei schult Kriminaltechniker in forensischer Archäologie.
- • Übung in Ainring simuliert Ausgrabung mit Skeletten und Spuren.
- • Fehler bei Spurensicherung können zu Trugspuren wie im Fall Peggy führen.
- • Bundeswehr nutzt Methoden für mögliche Massengräber in Krisengebieten.
- • Techniken helfen, Tatabläufe zu rekonstruieren, z.B. anhand von Insekten.
Hintergrund und Training
Die Bayerische Polizei trainiert Kriminaltechniker in forensischer Archäologie, um Spuren an jahrzehntealten und vergrabenen Tatorten korrekt zu sichern. In einem Lehrgang im oberbayerischen Ainring üben die Beamten mit Skeletten und verschiedenen Spuren wie Klebebandfesseln, Schuhabdrücken und Geschossen. Das training umfasst präzise Dokumentation und den Einsatz von Kellen, Pinseln und Holzspateln.
Fehler und Lehren
Ein Negativbeispiel ist der Fall der 2001 verschwundenen Peggy aus Lichtenberg, bei dem 2016 eine Trugspur zum NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt führte. Solche Pannen sollen durch archäologische Methoden künftig vermieden werden, da diese Disziplin Erfahrung mit der Freilegung von Gräbern und der exakten Erfassung von Fundzusammenhängen hat.
Ausweitung auf andere Bereiche
Die Kurse werden bereits zum dritten Mal angeboten und stoßen auf Interesse anderer Behörden. Neben der Kriminalpolizei sollen auch Bundespolizei und Bundeswehr geschult werden, insbesondere für Einsätze in Krisengebieten und die Untersuchung möglicher Massengräber. Die Zusammenarbeit mit Forensikern und Archäologen könnte die Ermittlungsarbeit in Deutschland nachhaltig verbessern.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.