Waffenruhe bröckelt: Iran blockiert Straße von Hormus weiterhin trotz internationaler Forderungen
Wichtige Fakten
- • Seit Waffenruhe-Beginn passierten nur zwei bis vier Schiffe die Straße von Hormus.
- • Iran fordert bis zu zwei Millionen Dollar Maut pro Öltanker in Kryptowährung.
- • Israelische Angriffe im Libanon sind laut Iran Grund für die anhaltende Blockade.
- • Deutschland erwägt Beteiligung an Sicherungsmission, benötigt aber internationales Mandat.
- • Die USA und Israel bestreiten, dass der Libanon Teil der Waffenruhe ist.
Fragile Waffenruhe und anhaltende Blockade
Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran steht weiterhin auf wackligen Beinen, da die zentrale Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus nicht umgesetzt wird. Teheran blockiert die strategische Meerenge weiterhin mit Verweis auf Israels anhaltende massive Angriffe im Libanon. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars passierten seit Beginn der Waffenruhe nur zwei Tanker die Meerenge, während AP von vier Schiffen am ersten Tag berichtet – im Vergleich zu rund 140 täglich vor dem Krieg. Die iranischen Revolutionsgarden warnen Schiffe vor der Durchfahrt wegen der Gefahr von Seeminen und bieten alternative Routen näher am Festland an, wie eine veröffentlichte Karte zeigt.
Internationale Reaktionen und wirtschaftliche Folgen
Die internationale Gemeinschaft, darunter Großbritannien und Griechenland, fordert eine gebührenfreie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus und lehnt iranische Pläne ab, eine Maut von bis zu einem Dollar pro Barrel Öl oder bis zu zwei Millionen Dollar pro Öltanker in Kryptowährung zu erheben. Die Unsicherheit lässt die Ölpreise wieder steigen, und Reedereien warten auf Sicherheitsgarantien, bevor sie die Durchfahrt wiederaufnehmen. Der Verband Deutscher Reeder fordert solche Garantien, während Versicherungsprämien hoch bleiben und die Rückkehr zum Normalbetrieb Wochen dauern könnte.
Eskalation im Libanon und politische Spannungen
Die widersprüchlichen Positionen zur Libanon-Frage belasten die Waffenruhe: Während Iran und Vermittler Pakistan darauf bestehen, dass der Libanon Teil des Abkommens ist, verneinen dies die USA und Israel. US-Vizepräsident JD Vance sagte, Irans Annahme sei ein Missverständnis. US-Präsident Donald Trump drohte mit neuer militärischer Eskalation, falls Iran sich nicht an das Abkommen hält, während geplante Gespräche in Islamabad unsicher sind. Irans Außenminister Araghtschi betonte, die USA müssten sich zwischen Waffenruhe und Krieg entscheiden.
Deutsche Beteiligung an Sicherungsmission
Die Bundesregierung erwägt eine Beteiligung an einer internationalen Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Kanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, Deutschland werde in „geeigneter Weise dazu beitragen“, doch müssen rechtliche Grundlagen wie ein internationales Mandat geklärt werden. Experten spekulieren über den Einsatz von Minenräumern, Flugzeugen oder Fregatten, während Verteidigungsminister Boris Pistorius auf die bereits hohe Belastung der Bundeswehr verweist. Ein UN-Mandat wird als wünschenswert angesehen, aber auch ein EU-Mandat ist im Gespräch, abhängig von Vereinbarungen mit Iran.
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