Wacklige Waffenruhe: Iran blockiert Straße von Hormus weiterhin
Wichtige Fakten
- • Seit Waffenruhe-Beginn passierten nur wenige Tanker die Straße von Hormus.
- • Israelische Angriffe im Libanon töteten mindestens 182 Menschen.
- • Iran fordert 1 Dollar pro Barrel Öl-Maut in Kryptowährung für sichere Passage.
- • Die Hisbollah feuerte erstmals seit Waffenruhe Raketen auf Israel ab.
- • Deutschland erwägt Beteiligung an internationaler Sicherungsmission für die Meerenge.
Fragile Waffenruhe und anhaltende Blockade
Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran steht auf wackligen Beinen, da die zentrale Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus nicht umgesetzt wird. Teheran blockiert die strategische Meerenge weiterhin mit Verweis auf Israels anhaltende massive Angriffe im Libanon, die nach libanesischen Angaben mindestens 182 Todesopfer forderten. Die iranischen Revolutionsgarden warnen Schiffe vor der Durchfahrt wegen der Gefahr von Seeminen und bieten alternative Routen näher am Festland an. Seit Beginn der Waffenruhe haben laut iranischen Angaben nur wenige Tanker die Meerenge passiert.
Internationale Reaktionen und wirtschaftliche Folgen
Die internationale Gemeinschaft, darunter Großbritannien und Griechenland, fordert eine gebührenfreie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus und lehnt iranische Pläne ab, eine Maut von bis zu einem Dollar pro Barrel Öl zu erheben – und zwar in Kryptowährung. Die Unsicherheit lässt die Ölpreise wieder steigen, nachdem sie zuvor nach der Waffenruhe-Ankündigung gesunken waren. Globaler Benchmark Brent stieg um 2% auf 96,53 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig herrscht Uneinigkeit darüber, ob der Libanon Teil des Waffenstillstandsabkommens ist – die USA und Israel verneinen dies, während Iran und Vermittler wie Pakistan darauf bestehen.
Eskalation im Libanon und politische Spannungen
Die Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht erstmals seit Verkündung der Waffenruhe Raketen auf Israel ab und begründete dies als Reaktion auf israelische Verstöße gegen das Abkommen. Israel hatte zuvor den „größten koordinierten Angriff“ auf die Hisbollah seit deren Einstieg in den Iran-Krieg verkündet. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die israelischen Angriffe scharf und warnte vor Gefährdung der Waffenruhe. US-Präsident Donald Trump drohte mit neuer militärischer Eskalation, falls Iran sich nicht an das Abkommen hält, während geplante Gespräche in Islamabad unsicher sind.
Deutsche Beteiligung an Sicherungsmission
Die Bundesregierung erwägt eine Beteiligung an einer internationalen Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Kanzler Friedrich Merz (CDU) betonte, Deutschland werde in "geeigneter Weise dazu beitragen", doch müssen rechtliche Grundlagen wie ein internationales Mandat geklärt werden. Experten spekulieren über den Einsatz von Minenräumern, Flugzeugen oder Fregatten, während Verteidigungsminister Boris Pistorius auf die bereits hohe Belastung der Bundeswehr verweist.
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