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Gesellschaft 11.02.2026, 16:46 Aktualisiert: 11.02.2026, 20:21

Französische Biathletin gewinnt Olympia-Gold trotz Betrugsverurteilung

Julia Simon gewann Gold im 15-km-Biathlon bei den Olympischen Winterspielen.

Wichtige Fakten

  • Julia Simon gewann Gold im 15-km-Biathlon bei den Olympischen Winterspielen.
  • Sie wurde 2023 zu 15.000€ Geldstrafe und 3 Monaten auf Bewegen verurteilt.
  • Simon nutzte Kreditkartendaten von Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet für 2.000€.
  • Die französische Ski-Föderation verhängte eine sechsmonatige Sperre, davon fünf auf Bewährung.
  • Braisaz-Bouchet erhielt nach dem Skandal massive Online-Beleidigungen.

Gold trotz Verurteilung

Die französische Biathletin Julia Simon hat bei den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille im 15-km-Einzelrennen gewonnen, obwohl sie im Oktober 2023 wegen Kreditkartenbetrugs an einer Teamkollegin verurteilt wurde. Simon erhielt eine Geldstrafe von 15.000 Euro und eine dreimonatige Bewährungsstrafe, nachdem sie über 2.000 Euro mit den Kreditkartendaten von Justine Braisaz-Bouchet ausgegeben hatte. Eine dritte Französin, Lou Jeanmonnot, sicherte sich Silber.

Skandal und Sanktionen

Simon hatte die Tat zunächst drei Jahre lang geleugnet und behauptet, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu sein, bevor sie vor Gericht gestand, allerdings mit dem Hinweis auf Erinnerungslücken. Die französische Ski-Föderation verhängte eine sechsmonatige Sperre, von der fünf Monate auf Bewährung ausgesetzt waren, sodass Simon nur ein Saisonereignis verpasste und olympiatauglich blieb. Braisaz-Bouchet, die im Rennen auf Platz 80 landete, wurde nach Bekanntwerden des Skandals massiv online beleidigt.

Reaktionen und Reformen

Nach ihrem Sieg zeigte Simon eine Geste mit dem Finger an den Lippen, die sie als persönliche Botschaft bezeichnete, ohne weitere Erklärungen abzugeben. Der Fall ist Teil einer Reihe von Skandalen im französischen Biathlon, zuletzt mit Todesdrohungen gegen Jeanmonnot und Vorwürfen der Waffenmanipulation gegen Jeanne Richard. Die Sportart befindet sich in einem Reformprozess nach früheren Korruptionsfällen auf internationaler Ebene.

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