Friedensmissionen auf Tiefststand: Geldmangel gefährdet Weltsicherheit
Wichtige Fakten
- • 2025: nur noch 79.000 Kräfte in Friedensmissionen.
- • Zahl der Einsatzkräfte in zehn Jahren halbiert.
- • USA schulden über 2 Milliarden US-Dollar Beiträge.
- • Ursache: geopolitische Spannungen und fehlende Zahlungen.
- • UN-Missionen mussten Personal abbauen.
Rückgang der Friedensmissionen
Internationale Friedenseinsätze kämpfen mit Geld- und Personalproblemen – während die Konflikte zunehmen. 2025 sank die Zahl der beteiligten Personen auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Laut dem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI waren Ende Dezember knapp 79.000 Personen im Einsatz – Soldaten, Polizei und zivile Beschäftigte. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl fast halbiert.
Gründe für den Rückgang
SIPRI-Forscherin Claudia Pfeifer Cruz nennt mehrere Gründe: Staaten seien weniger bereit, in Friedensmissionen zu investieren – finanziell und politisch. Die Verhandlungen in Gremien wie dem UN-Sicherheitsrat würden schwieriger, vor allem wegen zunehmender geopolitischer Spannungen seit der russischen Invasion der Ukraine. Zudem geht internationalen Organisationen wie der UNO das Geld aus: 2025 fehlten zeitweise mehr als zwei Milliarden US-Dollar im Budget.
Finanzierungskrise und fehlende Zahlungen
Die Liquiditätskrise der UNO wurde laut Pfeifer Cruz auch dadurch verursacht, dass die USA ihre vereinbarten Beiträge für die Friedenssicherung nicht bezahlt haben. Dabei macht der US-Beitrag mehr als ein Viertel des gesamten Budgets für Friedensmissionen aus. Auch andere große Geberländer wie China zahlen nicht oder verspätet. Die Folge: Alle UNO-Missionen mussten ihren Einsatz einschränken und Personal abbauen.
Konsequenzen und Ausblick
Wenn ganze Missionen beendet werden müssen, blieben manche Konflikte sich selbst überlassen, warnt Pfeifer Cruz. Regionale Akteure oder private Militärunternehmen könnten koordinierte UNO-Missionen nicht ersetzen – es fehle ihnen der Rahmen multilateraler Friedensoperationen mit Menschenrechtsachtung und humanitärem Völkerrecht. Trotz allem glaubt die Forscherin an die Zukunft internationaler Friedensmissionen: Sie würden weiterbestehen, aber kleiner und anders als bisher.
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