Frontex: Belarus baut Tunnel für Migration in die EU
Wichtige Fakten
- • Frontex: Tunnel ohne Wissen der Dienste von Belarus nicht möglich.
- • Belarus nutzt Migranten als Instrument, so Frontex-Analyse.
- • 2026 fünf Tunnel in Litauen entdeckt; dreimal 86 Migranten eingereist.
- • Lettland meldete 2026 ersten Tunnel mit 15 Migranten.
- • Irreguläre Einreisen an Ostgrenze sanken um 44 Prozent auf 3.209.
Hintergrund und Analyse von Frontex
Die europäische Grenzschutzagentur Frontex hat in einer internen Analyse, die WDR und NDR vorliegt, den Schluss gezogen, dass die jüngsten Tunnelfunde an den Grenzen zu Litauen, Lettland und Polen auf eine staatliche Unterstützung durch das belarusische Regime von Alexander Lukaschenko hindeuten. 'Solche Tunnel würden auf der belarusischen Seite der Grenze nicht ohne Kenntnis und Unterstützung der Dienste gebaut', heißt es in der Analyse. Demnach sei es sogar wahrscheinlich, dass das Regime Spezialisten für die Konstruktion und Migranten für die Gravearbeiten einsetze und diese Tunnel auch weiterhin genutzt würden.
Entdeckungen und Entwicklung
Erst in der vergangenen Woche hatten lettische Behörden südlich der Grenze den ersten Tunnel des Landes entdeckt, durch den mindestens 15 Migranten in den EU-Staat gelangten. In Litauen wurden im Jahr 2026 bereits fünf Tunnel registriert, von denen drei insgesamt mindestens 86 Migranten aus Afghanistan, Pakistan, Irak und Indien einreisen ließen. Trotz dieser Fälle ist die Zahl der von Frontex gezählten irregulären Grenzübertritte an der östlichen Außengrenze im ersten Halbjahr 2026 um 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf insgesamt 3.209 gesunken.
Instrumentalisierung der Migration
Die Sicherungsmaßnahmen wie die verstärkten Grenzzäune machten einen illegalen Übertritt schwieriger – dennoch sei der Migrationsdruck als Instrument dem Weißrussland-Analyse zufolge nicht geringer. Die Nachrichtendienste verfolgten ausgefeiltere Taktiken, wobei Tunnel eine neure,Option“ sind. Westliche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass auch Moskau das Vorgehen des verbündeten Staates unterstützt; Belarus und Russland haben die Vorwürfe jedoch stets dementiert. Die belarusische Botschaft in Berlin blieb auf Anfrage bislang ohne Antwort.
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