Führerscheinreform: Bundesregierung plant Kostensenkung und Erleichterungen
Wichtige Fakten
- • Führerscheinerwerb kostet im Schnitt 3.400 Euro, in manchen Regionen bis zu 4.500 Euro.
- • Theorieprüfungsfragen sollen von 1.169 auf 840 reduziert werden.
- • Sonderfahrten für Pkw-Führerschein sollen von zwölf auf drei verringert werden.
- • Laienausbildung mit Eltern oder Freunden soll in Deutschland erprobt werden.
- • Fahrschulen melden Rückgänge bei Anmeldungen um bis zu 58 Prozent.
Kostensenkungen und Erleichterungen
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat Vorschläge für eine umfassende Reform des Führerscheinerwerbs vorgelegt, um die Kosten zu senken und den Prozess zu vereinfachen. Derzeit liegen die durchschnittlichen Kosten bei etwa 3.400 Euro, in einigen Regionen sogar bis zu 4.500 Euro, wobei sie in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen sind. Die Reform sieht unter anderem vor, den Fragenkatalog für die Theorieprüfung von 1.169 auf etwa 840 Fragen zu reduzieren und die Zahl verpflichtender Sonderfahrten für den Pkw-Führerschein von zwölf auf drei zu verringern.
Digitale Neuerungen und Laienausbildung
Geplant sind auch digitale Optionen wie reiner theoretischer Online-Unterricht, um Bürokratie für Fahrschulen abzubauen und Preistransparenz durch Online-Vergleichsportale zu erhöhen. Zudem soll die sogenannte Laienausbildung, bei der Eltern oder Freunde nach bestandener Theorieprüfung und mindestens sechs praktischen Fahrstunden begleiten dürfen, in Deutschland erprobt werden, ähnlich wie in Österreich. Diese Neuerung soll zunächst fünf Jahre lang getestet werden, bevor sie eventuell zur Regel wird.
Auswirkungen und aktuelle Entwicklungen
Trotz der hohen Kosten erreichte die Zahl der Fahrprüfungen in Deutschland 2025 ein Allzeithoch, mit über 2 Millionen Theorie- und 1,89 Millionen Praxisprüfungen. Allerdings melden Fahrschulen bereits jetzt deutliche Rückgänge bei den Anmeldungen, insbesondere in Großstädten um bis zu 58 Prozent, da viele potenzielle Fahrschüler auf günstigere Konditionen warten. Minister Schnieder hofft auf eine Einigung zu einem Reformpaket bei der Verkehrsministerkonferenz Ende März, um rechtliche Änderungen auf den Weg zu bringen.
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