Ganztagsbetreuung: Pirmasens rüstet Schulen für Rechtsanspruch um
Wichtige Fakten
- • Seit 1. August haben Erstklässler Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.
- • Bis 2028 Defizite von knapp 30 Mrd. Euro jährlich erwartet.
- • Pirmasens investiert 2,75 Mio. Euro in den Ausbau.
- • 70% der Kosten übernimmt der Bund, Rest die Stadt.
- • Anspruch wird stufenweise bis 2030 auf alle Grundschulkinder ausgeweitet.
Umbau in Pirmasens
Drei Tage vor Schulbeginn wird in der Grundschule Wittelsbach in Pirmasens noch geschraubt: Neue Tische und Stühle für den Speisesaal sind angekommen. Ab Dienstag sollen hier täglich 150 Kinder ihr Mittagessen erhalten. Die Küche ist noch nicht fertig, daher wird das Essen zunächst angeliefert. Die Grundschule stammt von 1908 – Renovierungen seien oft ein „Überraschungsei“, sagt Alexander Kölsch vom Gebäudemanagement. Neben dem Alter des Gebäudes verzögerten auch Ausschreibungen und Handwerkerurlaube die Arbeiten.
Finanzielle Belastung
Der Ausbau kostet 2,75 Millionen Euro, von denen der Bund 70 Prozent übernimmt. Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU) kritisiert, dass die Stadt die restlichen Kosten und laufenden Ausgaben allein tragen muss. „Wir finanzieren das teilweise durch neue Schulden“, so Zwick. Die Kommunen rechnen bis 2028 mit jährlichen Defiziten von knapp 30 Milliarden Euro. Trotzdem sieht Zwick die Ganztagsbetreuung als Chance für Kinder aus schwierigen Verhältnissen.
Pädagogischer Mehrwert
Schulleiterin Antje Fuhrmann betont, dass viele Kinder mittags nicht nach Hause wollen, weil dort niemand ist. Die Ganztagsschule biete ein umfassendes Angebot: gemeinsame Mahlzeiten, Wertevermittlung und Lernzeit. Das Interesse ist groß – die Schule wird von drei- auf vierzügig erweitert.
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